Entspannter musikalischer Schmelztiegel Tommy Schneller Band premiert im Osnabrücker Rosenhof

Von Matthias Liedtke


Osnabrück. Einen frischen Auftritt hat die Tommy Schneller Band im Rosenhof in Osnabrück hingelegt. Es war der erste Auftritt der sieben Musiker dort.

So bunt und frisch wie das neue Band-Logo geriet der erste Auftritt der siebenköpfigen Tommy Schneller Band im gut gefüllten Rosenhof. Jene Hörner nämlich, die „einem“ dort sinnbildlich durch den Kopf gehen, bliesen sich von der Bühne leibhaftig direkt in die Herzen und Beine des Publikums. Denn mit viel Spielfreude, Spielwitz und selbstsicherer, rauer Blues- und Soul-Stimme gelang es dem begnadeten Tenorsaxofonisten gemeinsam mit Dieter Kuhlmann an der Posaune und Gary Winters an der Trompete von Beginn an, etwaige an diesem kalten vorletzten Novemberabend aufkommende Winterdepressionen in mitunter furioser Weise buchstäblich wegzublasen. Getreu dem Motto „Get Horny“.

Ob das groovige „What Did I Do?“, das funkige „Ain´t No Maybe“ oder der poppige, locker-flockig verliebte „Super Hero“: Vor allem die starken und vielschichtigen eigenkomponierten Songs aus seinem aktuellen Album „Cream of the Crop“ zeigten den 45-jährigen auf dem vorläufigen Zenit seiner Schaffenskraft. Und waren in der Tat so, wie es der selbstbewusste Titel verheißt: Allererste Sahne. Beim verbalen Vorspiel in Form eines launigen Talks mit Gastgeber Tom Bullmann verriet der andere Tom, dass er kein musikalischer Purist sei, der sich in eine Schublade stecken ließe und daher neben seinen Wurzeln im Blues auch gerne andere Einflüsse zuließe. Dass der Osnabrücker aber nach wie vor den Blues hat und pflegt, bewies er nicht nur mit demjenigen „for the Ladies“ aus dem vorletzten Album „Smiling For A Reason“. Bei dessen melodiösem Titelstück kam neben dem Keyboarder Gregory Barrett, dem neuen Schlagzeuger Fabian Koke und dem mit einigen Soli glänzenden Gitarristen Jens Filser auch Bassist Maik Reishaus zu seinem Solo-Recht.

Mit der mitreißenden Party-Nummer „Higher And Higher“ wurde am Ende des umjubelten, mehr als zweistündigen Heimspiels der Tommy Schneller Band der irreführende Titel des demgegenüber gemächlichen Openers „Hands In The Air“ Wirklichkeit. Und erfuhr durch fröhlich hüpfende Körper sogar noch eine Steigerung. Bevor dann vor allem die Singles im Publikum mit einem tröstlichen „You Can Love Yourself“ nach Hause geschickt wurden. Wenn sie nicht geblieben sind, als der glänzend aufgelegte Bandleader an DJ Tom übergab, der seinerseits glänzend auflegte. Passend zum Live-Programm mit Sax-Appeal eine tanzbare Mixtur aus Soul, Funk und Rhythm & Blues.