Ausstellung im Gewerkschaftshaus Kinderwünsche auf Plakatfahnen

Im Gewerkschaftshaus wurde jetzt eine Ausstellung zu 25 Jahre UN-Kinderrechtskonventionen eröffnet. Foto: PentermannIm Gewerkschaftshaus wurde jetzt eine Ausstellung zu 25 Jahre UN-Kinderrechtskonventionen eröffnet. Foto: Pentermann

Osnabrück. Am Donnerstag eröffnete im Gewerkschaftshaus am August-Bebel-Platz die Ausstellung „Hand in Hand – 25 Jahre UN-Kinderrechtskonvention“. Hintergrund ist die Umsetzung derselben, die nach Ansicht der Organisatoren auch nach 25 Jahren immer noch weithin mangelhaft ist.

Die Geschäftsführerin der DGB-Region Osnabrück-Emsland Petra Tiesmeyer begrüßte am frühen Abend die ersten Besucher. „Haben die Kinder in Deutschland wirklich alles, was sie brauchen?“, lautete ihre Frage, auf die die ausgestellten Plakatfahnen Antworten geben sollen. „Kinder wissen, wie sie leben wollen, das spricht aus den Werken“, stellte Petra Tiesmeyer fest, „die Rechte, die sie für sich einfordern sind noch lange nicht umgesetzt.“

Astrid Müller von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nannte konkrete Probleme, die es zu lösen gelte: „In kaum einem Land der OECD sind Bildungschancen so eng mit dem sozialen Hintergrund verknüpft wie hierzulande. Von Chancengleichheit kann keine Rede sein.“

Bezahlangebote an Ganztagsschulen etwa dürften nicht sein, dadurch werde die Kluft vergrößert zwischen Schülern aus unterschiedlich vermögenden Elternhäusern. Auch die Zunahme von kostenpflichtigen Privatschulen mit öffentlicher Förderung sei eine Fehlentwicklung: „Bildung gehört in öffentliche, nicht in private Hand.“ Die ausgestellten Plakatfahnen entstanden zum Großteil in Spielgruppen der Sozialistischen Jugend Deutschland („Die Falken“), sie ist Mitorganisatorin von „Hand in Hand“. Darauf formulierten Kinder Wünsche und Vorstellungen ihr Leben betreffend; mit großer Klarheit zeigt sich, wo die Schwerpunkte liegen: Mehr Zeit zur freien Gestaltung, mehr Zeit mit der Familie, eigene Regeln machen dürfen - vor allem ein großes Stück Selbstbestimmung scheint den jungen Künstlern zu fehlen. Auch der Wunsch nach „Vielen Ideen für die Zukunft“ kommt in mehreren Variationen vor – eine zunächst harmlos wirkende Aussage, die aber angesichts zahlreicher globaler Krisen und Konflikte in etlichen Bereichen Fragen aufwirft. Bezüglich „vieler Ideen für die Zukunft“ muss sich die große Politik nicht umsonst seit geraumer Zeit einiges an Zweifel gefallen lassen. Auch wenn die Wünsche und Botschaften der Kinder simpel formuliert sind, ist der gewonnene Einblick in ihre Gedankenwelt nicht zu unterschätzen.

Die Ausstellung richtet sich an große und kleine Kinder, Freunde der Kinderrechte und daran Interessierte. Bis zum 12. Dezember ist der Eintritt frei. Für Gruppen und Schulklassen wird um Anmeldung gebeten unter osnabrueck@dgb.de oder unter 0541-338060.


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