Niedersächsische Kaninchenschau Osnabrück am Wochenende Mekka der Kaninchenzucht

Von Carolin Hlawatsch


Osnabrück. Als eine „riesen Schau, nicht nur wegen der ausgestellten Deutschen Riesen“ bezeichnete Bürgermeister Burkhard Jasper die Allgemeine Niedersächsische Kaninchenschau, die er am Samstagvormittag in Osnabrücks Halle Gartlage offiziell eröffnete. Und tatsächlich war die vom Kreisverband Kaninchenzüchter Osnabrück ausgerichtete Ausstellung, die zum 63. Mal am ersten Adventswochenende statt fand, größer als je zuvor.

„Mit 3811 Tieren von 600 Ausstellern aus ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland wurden unsere Erwartungen übertroffen“, freute sich Ausstellungsleiter Siegfried Mindrup. So mussten einige Kaninchen sogar in das an die Halle angrenzende Zelt umquartiert werden.

Durch dieses „Mekka der Kaninchenzucht“, wie es der Landesverbandsvorsitzender Weser-Ems Johann Vrielink bezeichnete, schlenderte am Samstag auch der neunjährige Felix aus Bülstedt bei Bremen. Vorsichtig steckte er einen Finger durch das Gitter, um einen schwarz-weißen Mecklenburger Schecken zu streicheln, der ihm neugierig seine wackelnde Nase entgegenstreckte. „Diese Kaninchenrasse kennt Felix gut, denn wir züchten sie zuhause“, verriet Vater Thomas Oetjen. Letztes Jahr sei er mit seinen Mecklenburger Schecken auf dieser Schau Niedersachsen-Meister geworden, dieses Mal stelle er aber keine Tiere aus. „Heute sind wir hier, um all die anderen befreundeten Züchter zu treffen, die man meist doch nur einmal im Jahr, nämlich hier auf der Schau trifft“, so Oetjen.

Vorsichtig an ihm vorbei balancierte Michael Kostiuk aus Emsdetten eine Kaninchentransportkiste. Als er den Deckel anhob, um zu kontrollieren, ob es den Tieren gut ging, schauten drei Sachensengold-Kaninchen heraus, die er gerade von einem Züchter erworben hatte. „Das wird eine Weihnachtsüberraschung für meinen zehnjährigen Sohn Leon“, erklärte Kostiuk, der Zwergwidder in Siamgelb züchtet, seinem Sohn nun aber mit der neuen Rasse Abwechslung bieten will.

Genau wie Leon und Felix, interessieren sich viele Kinder für die Kaninchenhaltung. Geweckt wird die Begeisterung meist durch die Eltern, die die Tiere züchten. „Natürlich haben die Kaninchenzuchtvereine, wie viele andere Vereine auch, strukturell altersbedingte Probleme, trotzdem lebt die Rassekaninchenzucht nach wie vor“, betonte der Landesverbandsvorsitzende Johann Vrielink. Um dieses Kulturgut zu erhalten, müssten laut Ausstellungsleiter Siegfried Mindrup weitere Anreize wie diese Schau geschaffen werden. Dabei sei auch die Politik gefordert.

Auf Informationstafeln an den Käfigen konnten Besucher nicht nur ablesen, um welche Rasse es sich handelt, sondern auch welchen Platz das jeweilige Kaninchen bei den Wettbewerben erzielt hat, die bereits am Donnerstag ausgetragen worden waren. Neben vielen anderen erfolgreichen Züchtern in den Bereichen Jugend und Senioren freute sich Josef Witte aus Bakum über einen ganz besonderen Preis: Für seine Zuchtgruppe der Rasse Kleinsilber, grau-braun erhielt er die ausstellungsübergreifende silberne Plakette der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Die Höchstpunktzahl, die pro Tier von den Richtern vergeben wurde, war 100. Witte erreichte mit seinen vier Kaninchen insgesamt 389,5 Punkte. Auf 389 Punkte schafften es Lena Brümmer aus Lähden mit ihren vier Hermelin Blau-Augen und Leo Brümmer mit seinen Blauen Wienern. Sie wurden mit der bronzenen Plakette des Niedersächsischen Ministeriums für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Hannover ausgezeichnet.

Über einen Ehrenpreis freute sich auch Werner Lehser aus Dissen. Für sein unermüdliche Engagement bei der Ausstellung erhielt der 83-Jährige die Uhr, die jedes Jahr an besonders verdiente Züchter vergeben wird und von der es stets höchstens zwei gibt.