Durchgängiger, straighter, dünner Britische Hard-Rock-Legende Magnum im Osnabrücker Rosenhof

Von Tom Bullmann


Osnabrück. Nur mäßig gefüllt war der Osnabrücker Rosenhof beim Konzert der britischen Hardrock-Legende Magnum. Man merkte den Musikern das Alter an.

Die Band, die mit Unterbrechungen seit 1972 durch die Weltgeschichte tourt, besteht aus den Urmitgliedern Bob Catley und Gitarrist Tony Clarkin sowie drei Musikern, die später zur Band stießen. Es zeigte sich einmal mehr, dass die Stimme eines Sängers im Alter von 67 Jahren einfach nicht mehr das Volumen und die Präsenz hat wie die eines jungen Menschen.

Sänger Catley steht in der Mitte der Bühne, seine mittellangen blonden Haare wehen im Luftzug eines Ventilators. Er wedelt eifrig mit den Armen, als dirigiere er Band und Publikum. Es ist wie in vergangenen Tagen, als Magnum noch melodieverliebten, teilweise in Progrock-Gefilde abdriftenden Hardrock generierten: Da gab Catley den Einsatz , wenn vielfältige Breaks und Keyboardsequenzen in den Songs für Abwechslung sorgten. Heute sind die Beats durchgängiger, die Riffs straighter – und der Gesang Catleys dünner. Zum Teil ist er kaum zu hören, doch wenn die Band für ein leises Intermezzo in den Hintergrund tritt, dann merkt man, dass gerade diese hymnisch-pathetischen Tremolos in jungen Jahren überzeugender klangen. Aber dafür hat man heute Passagen, in denen die Band überzeugend drauflos rockt und Clarkin das Ganze mit versierten Gitarrensoli aufpäppelt.

Offenbar freuen sich die Fans darüber, dass die Band immer noch live unterwegs ist. Catley schüttelt dankbar Hände und stimmt schon bald „How Far Jerusalem“ von dem bahnbrechenden Album „On A Storyteller’s Night“ an. Im Chorus unterstützt das Publikum den 67-Jährigen, lautstark und so kommt noch einmal die magische Stimmung auf, die Konzerte früher prägte. Als Zugabe gibt es dann aus gegebenem Anlass ein hart rockendes Weihnachtslied: „On Christmas Day“…