Holzskulpturen und Bilder Klaus Hack stellt in Osnabrücker Galerie Kunstgenuss aus

Von Tom Bullmann

Die Werke von Klaus Hack werfen Fragen auf. Foto: LindemannDie Werke von Klaus Hack werfen Fragen auf. Foto: Lindemann

Osnabrück. Holzskulpturen sowie Öl- und Aquarellbilder stellt Klaus Hack in der Galerie Kunstgenuss in Osnabrück aus. Seine Werke machen den Betrachter neugierig.

Faszinierend, diese Holzskulpturen, die ihr Schöpfer als „Kopfhörerin“, „Kleine Figur mit Stützarmen“ oder „Kleiner Durst“ bezeichnet. Skurril, zum Teil archaisch oder auch architektonisch, aber immer weiß gefärbt, machen die Arbeiten von Klaus Hack den Besucher der Galerie Kunstgenuss äußerst neugierig.

Welch ein Menschenbild steckt hinter einer weiblichen Figur mit Zöpfen bis zum Boden, die eine stützende Funktion haben? Warum verwächst eine menschenähnliche Statue, aus deren Kopf eine Art Rüssel kommt, mit einem Wasserbecken, aus dem sie in einem unendlichen Zug zu trinken scheint? Und warum ist ein babylonischer Turm mit einem Kopf bekrönt, sodass er zu einer Art Reifrock mutiert?

Klaus Hack entwirft seine ganz eigene Welt, in der unerklärliche Dinge passieren. Wer mit seiner kuriosen Fantasie nicht zurechtkommt, für den baut er Altäre: Die Seitenflügel lassen sich einklappen, sodass sie den Inhalt des Altars für den Betrachter verbergen. Für die Liebhaber seiner rätselhaften Arbeiten dagegen fertigt er kleine „Reisealtäre“, die in jeden Koffer passen.

In unterschiedliche Gruppen lassen sich die Exponate einteilen. Da findet man grob gearbeitete Figuren wie die „Tänzerin“, die sich selbstverliebt ihrer Tätigkeit hingibt, um Einsamkeit und Melancholie vergessen zu machen. Da sind die Türme, die, wie alle anderen Skulpturen auch, stets aus einem Holzblock gearbeitet sind und grafisch-serielle Züge aufweisen. In geradezu manischer Schnitzarbeit kreiert Hack diese fragilen Pyramiden, Symbole für das Streben des Menschen nach Höherem – und für sein Unvermögen und das letztendliche Scheitern. Das Apokalyptische deutet der Künstler allerdings nur an. Dafür sind seine verspielten Fantasiefiguren eher von einem verhaltenen, unterschwelligen Witz geprägt. Seine Frauen haben etwas Liebenswert-Poetisches.

Aber Hack ist nicht nur Bildhauer, er malt auch. Entfernt erinnern die Öl- und Aquarell-Bilder, die meist gedeckte Farbtöne aufweisen, an seine Skulpturen. Das Umfeld, in dem seine „Kleidfiguren“ da agieren, ist oft düster. Ein Gegenentwurf?

Galerie KunstGenuss (Liebigstraße 29): Klaus Hack, Skulpturen und Arbeiten auf Papier. Bis 11. Januar, Fr.–So. 14–18 Uhr, Mo.–Do. nach telefonischer Vereinbarung unter 0170/8350320