Tradition Kinder schmücken Weihnachtsbaum am Osnabrücker Landgericht

Von Heiko Kluge

Den Weihnachtsbaum im Landgericht schmückten die Kinder Kindertagesstätte St. Wiho aus Hellern. Foto: Egmont SeilerDen Weihnachtsbaum im Landgericht schmückten die Kinder Kindertagesstätte St. Wiho aus Hellern. Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Es ist bereits eine Tradition am Landgericht, Kinder einzuladen, um den großen Weihnachtsbaum im Eingangsbereich zu schmücken. In diesem Jahr waren es die fünf- und sechs-Jährigen der Kindertagesstätte St. Wiho aus Hellern, die am Mittwoch fröhlich zur Tat schritten.

Schon in den vergangenen Wochen hatten die Kinder fleißig den Weihnachtsschmuck gebastelt, den sie nun emsig an dem Baum anbrachten: Gelbe Sterne, bunte Kugeln und kleine Geschenkpäckchen. Ihre Schützlinge hätten sich schon sehr auf den Besuch am Landgericht gefreut, erzählte Erzieherin Céline Abeln. Zwar hätten sie sich nicht so recht vorstellen können, was ein Gericht ist. Aber dass da auch ein Gefängnis dazugehört, „dass fanden sie schon aufregend“.

Als der letzte Stern am Weihnachtsbaum angebracht war, nahm Richter Michael Hune die Kinder mit in einen der Verhandlungssäle und erklärte, was in diesem großen Haus überhaupt passiert. Wenn sie sich im Kindergarten um ein Spielzeug stritten, dann sei es die Erzieherin, die eine Entscheidung treffe. „Wenn Erwachsene streiten, ist das schwieriger, die haben ja keine Erzieher, die entscheiden. Das machen dann wir Richter.“

Mit Spannung verfolgten die Kinder dann, wie die beiden Wachtmeister Swetlana Schäfer und Berthold Krone ihre Ausrüstung vorführten. Nur ein Junge war dann bereit, sich probeweise einmal Handschellen anlegen zu lassen. „Und wie fühlt sich das an?“, wollte Krone wissen. „Nicht so gut“, meinte der Junge. Als Dankeschön bekam dann jedes der Kinder zum Abschied noch einen Adventskalender mit auf den Heimweg.