Laut „WirtschaftsWoche“ Osnabrück im bundesdeutschen Städtetest im Mittelfeld

Von Corinna Berghahn

Osnabrück schneidet in einem bundesweiten Städtetest der „WirtschaftsWoche“ nur mittelmäßig ab, jedoch mit Tendenz nach oben. Foto: Jörn MartensOsnabrück schneidet in einem bundesweiten Städtetest der „WirtschaftsWoche“ nur mittelmäßig ab, jedoch mit Tendenz nach oben. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Mehr Kita-Plätze, aber auch mehr überschuldete Einwohner: Osnabrück schneidet in einem bundesweiten Städtetest der „WirtschaftsWoche“ nur mittelmäßig ab, jedoch mit Tendenz nach oben. Nachbarstadt Bielefeld hat zudem noch schlechtere Werte.

Für ihren Städtetest hat die „WirtschaftsWoche“ zusammen mit Immobilienscout 24 und dem Kölner Beratungsunternehmen IW Consult anhand statistischer Daten die Leistungskraft und Zukunftsperspektiven aller kreisfreien Städte in Deutschland mit mehr als 100.000 Einwohnern in Deutschland analysiert.

Dabei sind zwei Rankings herausgekommen: Zum einen das Niveauranking, das den Ist-Zustand bewertet. Verglichen werden hierzu 53 wirtschaftliche und soziale Indikatoren, beispielsweise die Preise von Eigentumswohnungen oder der Anteil der betreuten Kinder in Kindertageseinrichtungen. Das zweite Dynamikranking beschäftigt sich mit der Veränderung von 40 Indikatoren – wie dem Anteil der ALG-II-Empfänger oder die Arbeitsplatzbesoldung – innerhalb der vergangenen fünf Jahre.

Osnabrück belegt im Niveauranking Platz 35 und im Dynamikranking Platz 20 von jeweils 71 untersuchten Städten. Positiv für den Ist-Zustand der Erhebung war, dass Mietwohnungen nach durchschnittlich elf Tagen vermietet werden (Rang 14) konnten und der Gewerbesteuerhebesatz bei 425 Prozent lag und damit unterhalb des Durchschnittswertes von 448. Negativ für das Ranking war jedoch, dass der Anteil der Beschäftigten mit einem Hochschul- oder Fachhochschulabschluss in Osnabrück im März 2013 bei 12,5 Prozent lag - durchschnittlich betrug der Wert 15,6 Prozent. Osnabrück erreicht hier nur Rang 49.

Plus an Kinderbetreuung

Stärker schnitt Osnabrück beim Dynamikranking ab: Insgesamt erreicht die Stadt hier Rang 20. Besonders positiv war der im Vergleich überdurchschnittliche Anstieg der Frauenbeschäftigungsquote (Rang 6) und der Arbeitsplatzversorgung (Rang 6). Auch dass die Kinderbetreuungsquote im Untersuchungszeitraum um 15,1 Prozentpunkte anstieg, verbesserte Osnabrücks Stellung (Rang 18). Allerdings stieg im Vergleichszeitraum der Anteil der Anteil der ALG-II-Empfänger und auch die Anzahl der überschuldeten Erwachsenen in Osnabrück stärker an. Generell lässt sich also sagen, dass sich Osnabrück im oberen Mittelfeld des Städtetestes bewegt.

Wie schneiden Münster und Bielefeld ab?

Nachbar Bielefeld wird von Osnabrück im Ranking deutlich geschlagen: Die Stadt in Westfalen belegt im Niveauranking Platz 41 und im Dynamikranking Platz 61. Nachbarstadt Münster jedoch schlägt Osnabrück, wenn auch nur im Niveauranking: Dort belegt sie Platz 17. Im Dynamikranking landet Münster dann hinter Osnabrück auf Platz 41.

Und die bundesdeutschen Sieger und Verlierer?

Der Süden hat es besser: Im Niveauranking landen mit München, Erlangen und Ingolstadt gleich drei bayrische Städte ganz oben. Dagegen sieht es im Ruhrgebiet düster aus. Oberhausen; Herne und Schlusslicht Gelsenkirchen sind die drei am schlechtesten abschneidenden Städte. Beim Dynamikranking siegt eine niedersächsische Stadt: Wolfsburg. Gefolgt wird sie von Ingolstadt und Würzburg. Verlierer sind hier Mülheim an der Ruhr, wiederum Gelsenkirchen und Remscheid.