Sicherheit geht vor Auf einen Glühwein mit Norbert Obermeyer

Von Ulrike Schmidt

Tagsüber Kaffee, aber am Feierabend gönnt sich Norbert Obermeyer auch mal einen Glühwein. Foto: Jörn MartensTagsüber Kaffee, aber am Feierabend gönnt sich Norbert Obermeyer auch mal einen Glühwein. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. „Die Besucher sollen nur die schönen Seiten des Weihnachtsmarktes genießen. Um die Sicherheit müssen sie sich keine Sorgen machen.“ Für die Sicherheit sorgt Norbert Obermeyer vom Fachbereich Bürger und Ordnung im Zusammenspiel mit Feuerwehr, Polizei und den Schaustellern.

Seit das Unglück bei der Love Parade 2010 viele „Kommunen durchgerüttelt“ hat, wie Obermeyer sagt, wird das Thema Sicherheit bei öffentlichen Veranstaltungen noch größer geschrieben. Für Osnabrück sei ein eigenes Sicherheitskonzept entwickelt worden. Dazu gehören unter anderem ausreichend Fluchtwege. Feuerwehr und Notarzt sollen selbst im dicksten Gedränge schnell durchkommen. Alle 113 Buden des Weihnachtsmarktes haben außer Feuerlöschern und Rauchmeldern auch Hausnummern, sodass Hilfskräfte genau wissen, wo etwas passiert ist, und zielgenau ansteuern können.

Kann die Stadt verhindern, dass wie vor vier Jahren ein Glühweinbehälter implodiert? „Nein“, sagt Obermeyer: „Kritische Ereignisse lassen sich nie völlig ausschließen.“ Das Unglück ereignete sich, als beim Entleeren des Behälters ein Unterdruck entstand. Wie das passiert, wüssten aber spätestens seither alle Standbetreiber.

Die Polizei werde in diesem Jahr nicht mit einer Wache vor Ort sein, aber ständig Streife laufen, versichert Obermeyer. Und damit die Fußgänger nicht unter die Räder kommen, wird die Straße zwischen Löwenpudel und Schachbrettmuster täglich von 17 bis 21 Uhr gesperrt. Busse werden während des gesamten Weihnachtsmarktes umgeleitet.

Wenn dann am Morgen des Eröffnungstages das Sicherheitskonzept vor Ort überprüft und abgenommen worden ist, dann kann sich Norbert Obermeyer schon etwas entspannter zurücklehnen und selbst mal die schönen Seiten des Weihnachtsmarktes genießen.

Er liebt besonders das historische Karussell. Es erinnert ihn an seine Jugend in Hagen, wo seine Familie neben dem Platz wohnte, auf dem früher Jahrmärkte stattfanden, und er mit den Schaustellerkindern spielte. „Das Karussell hat für mich die Ausstrahlung von Weihnachtsmarkt“, sagt der stellvertretenden Fachbereichsleiter. Wenn er privat über den Weihnachtsmarkt bummelt, gönnt er sich mal einen Glühwein, „sonst nur Kaffee“.