Osnabrück Mit dem Kopf zwischen Leitersprossen auf der Autobahn

Auch wenn eine Kopfstütze den Genickbruch von hinten durch die nach vorn schnellende Leiter bei einem Aufprall verhindern könnte, die vorderen Sprossen würden zu schweren Gesichts- und Kehlkopfverletzungen führen. Foto: PolizeiAuch wenn eine Kopfstütze den Genickbruch von hinten durch die nach vorn schnellende Leiter bei einem Aufprall verhindern könnte, die vorderen Sprossen würden zu schweren Gesichts- und Kehlkopfverletzungen führen. Foto: Polizei

wie/pm Osnabrück. Bei der Auswertung ihrer Bilder trauten die Beamten ihren Augen nicht: Nicht nur, dass der Fahrer des im Kreis Herford zugelassenen Renault-Kombis den Mindestabstand deutlich unterboten hatte, auch sonst schien der Mann kein Problem damit zu haben, mit der Gesundheit seines Beifahrers zu spielen.

Mitte November war der Mann in eine Abstandsmessung der Polizei auf der A 30 zwischen den Anschlussstellen Sutthausen und Nahne geraten. Mit zu geringem Abstand. „Im Punktebereich“, wie es Anke Hamker von der Polizei formulierte. Je nach Abstand und Geschwindigkeit werden dafür zwischen 75 und 400 Euro und ein Fahrverbot von bis zu zwei Monaten aufgerufen.

Und nicht nur das: Ein Kind auf dem Beifahrersitz war möglicherweise nicht nur nicht angeschnallt sondern steckte mit dem Kopf zwischen den Sprossen einer Leiter. Selbst wenn die Kopfstütze nach Einschätzung der Polizei einen Genickbruch von hinten durch die nach vorn schnellende Leiter bei einem extremen Bremsmanöver oder einem Aufprall verhindern würde, die vorderen Sprossen würden zu schweren Gesichts- und Kehlkopfverletzungen beim Kind führen.

Wer nun hofft, sich abstützen zu können, hat schon verloren: Der ADAC hat dazu Crashtests durchgeführt. Das Ergebnis: ,Bei einem Frontalaufprall mit 30 km/h kann sich ein Insasse nicht mehr mit den Händen abstützen. Andere Quellen gehen davon aus, dass Insassen schon bei 15 km/h keine Chance mehr haben, sich abzustützen und unkontrolliert nach vorne geschleudert werden.

Die Beamten leiteten ein Verfahren gegen den Fahrer ein, nicht nur wegen des Abstandsverstoßes, sondern auch wegen mangelnder Ladungssicherung mit Gefährdung.