Vogelgrippe-Risiko Stallpflicht für Gebiete an Gewässern in Region Osnabrück

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Osnabrück. In Stadt und Landkreis Osnabrück gilt ab Samstag (29.11.) eine Stallpflicht für Gebiete an Gewässern, um eine Ausbreitung der Vogelgrippe zu vermeiden.

Im Landkreis Osnabrück gibt es sechs Risikogebiete mit Stallpflicht für Geflügel: Der Veterinärdienst für Stadt und Landkreis Osnabrück hat für bestimmte Gebiete, in denen besonders häufig Wildvögel auftreten, die so genannte Aufstallung angeordnet. Diese Risikogebiete umfassen den Attersee und den Rubbenbruchsee in der Stadt Osnabrück, das Hahnenmoor in den Gemeinden Berge und Menslage, den Kronensee in der Gemeinde Ostercappeln, den Alfsee bis zum Dümmer und die Elseniederung in Melle.

In diesen Gebieten müssen Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse entweder in geschlossenen Ställen oder in Schutzvorrichtungen gehalten werden, die nach oben und seitlich gegen das Eindringen von Wildvögeln geschützt sind. Tauben sind von dieser Pflicht zur Aufstallung nicht betroffen.

In Stadt und Landkreis Osnabrück werden derzeit mehr als 7,5 Millionen Stück Geflügel gehalten, in den Risikogebieten leben rund 850.000 Stück Geflügel.

Direkte wirtschaftliche Auswirkungen auf die Landwirte hat die Stallpflicht nicht. Die mit dem Erzeugercode 0 versehenen Bio-Eier dürfen trotz Stallpflicht weiterhin als Bio-Eier verkauft werden. „Öko-Legehennen müssen nach der europäischen Öko-Verordnung mindestens ein Drittel ihres Lebens Zugang nach draußen gehabt haben“, erklärt der Pressesprecher des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), Florian Anthes, auf Anfrage unserer Redaktion. Auch Hühnereier aus Freilandhaltung dürfen ihren Erzeugercode 1 behalten. „Bei Legehennen in Freilandhaltung besteht eine Karenzfrist von zwölf Wochen“, erläutert Anthes. Danach dürften die Eier nicht mehr als Freiland-Eier deklariert werden. Diese Übergangsfrist gibt es aber nur bei einer amtlich angeordneten Stallpflicht. Um den Landwirten diese Übergangsfrist einzuräumen, begrüßt der ZDG die Stallpflicht. Der Verband empfiehlt diese in gewässerreichen Regionen auch, um einer Einschleppung des Virus durch Enten oder Schwäne in Geflügelbestände Einhalt zu gebieten. Bei Hähnchen und Puten hätte eine Stallpflicht für Nutzgeflügel ebenfalls keine Auswirkungen auf die Deklaration. Anthes verweist darauf, dass den Landwirten auch bei Notschlachtungen kein wirtschaftlicher Schaden entstehen würde, da Tierhalter Mitglied in der Tierseuchenkasse sind und diese den wirtschaftlichen Verlust bis zu einer gewissen Obergrenze ausgleiche.

Angesichts der Vogelgrippe muss seit einer Woche im Landkreis Emsland und in der Grafschaft Bentheim alles Geflügel eingestallt werden . Auslöser war, dass niederländische Behörden in Kamperveen in der Provinz Overijssel die Geflügelpest in einem Stall mit 10000 Tieren festgestellt haben. Der Landkreis Osnabrück plante danach zunächst keine Stallhaltungspflicht, weil er nach einer Risikoabwägung bei einer kreisweiten Anordnung zunächst Klagen von Landwirten dagegen befürchtete. Landkreis-Sprecher Burkhard Riepenhoff begründete die Stallpflicht für Feuchtgebiete und Gewässer, an denen viele Wildvögel rasten, nun mit einer Warnung des Friedrich-Loeffler-Instituts, dass Wildvögel den H5N8-Erreger einschleppen könnten.

Zuletzt gab es das Freilandverbot für Puten, Enten, Gänse und Hühner im Landkreis Osnabrück im Jahr 2006. Auch Geflügelzüchter aus dem Landkreis Osnabrück hatten bei einer Demonstration des Bunds deutscher Rassegeflügelzüchter in Berlin gegen die Vorsichtsmaßnahme zur Vermeidung einer Ausbreitung der Vogelgrippe demonstriert. Sie bezweifelten damals den Sinn der von der Geflügelwirtschaft geforderten Anordnung. Die Geflügelzüchter argumentierten während der Stallpflicht 2006, dass die Gesundheit der Tiere und die Qualität der Eier wesentlich mit frischer Luft und frischem Grünfutter zusammenhänge. Bei Wassergeflügel seien Bademöglichkeiten von Bedeutung.


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