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26.11.2014, 23:01 Uhr KOMMENTAR

Flüchtlingsheim in Osnabrück: Eine große Aufgabe

Kommentar von Wilfried Hinrichs

Was rollt da auf die Stadt zu? 600 Flüchtlinge auf relativ engem Raum – das hört sich zunächst dramatisch an. Wer sich jedoch mit den Fakten und den Hintergründen beschäftigt, wird schnell erkennen, dass es eine gute Lösung für die Zuflucht Suchenden und für Osnabrück ist.

Es kommt aber auch eine große Aufgabe auf die Friedensstadt zu. Sie muss beweisen, dass die Willkommenskultur hier tatsächlich so ausgeprägt und lebendig ist wie in Sonntagsreden gern gepriesen. Empfangen wir die Flüchtlinge mit offenen Armen und geben ihnen das gute Gefühl, in Sicherheit und keine Last zu sein. (Weiterlesen: Hier geht‘s zum Liveticker von der Pressekonferenz mit Boris Pistorius. )

Gewiss werden sich nicht nur Anwohner Gedanken machen, ob diese hohe Zahl sozial verträglich ist. Dafür spricht, dass die Menschen nur wenige Wochen in Osnabrück bleiben, ehe sie Kommunen zugewiesen werden. Dafür spricht auch die Lage und gute Anbindung an den Nahverkehr. Das mindert die Gefahr der Abschottung und Gettoisierung.

Abseits der menschlichen Aspekte sollte der finanzielle nicht unterschätzt werden. Sehen wir es ganz nüchtern: Osnabrück wird nicht mehr die Miete für Flüchtlingswohnungen zahlen, sondern Miete vom Land kassieren. Eine Entlastung von drei bis vier Millionen Euro jährlich kann der klammen Stadt nicht egal sein.


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