Affenhaltung im Zoo Osnabrück Peta kritisiert Riesenspende für Orang-Utan Buschi

Von Sebastian Stricker

Geht es nach der Tierschutz-Organisation Peta Deutschland, soll Orang Utan Buschi in Osnabrück kein neues Gehege bekommen, sondern abgegeben werden. Das für den Umbau des Menschenaffenhauses gesammelte Geld möge der Zoo zum Erhalt von natürlichem Lebensraum spenden. Foto: Klaus LindemannGeht es nach der Tierschutz-Organisation Peta Deutschland, soll Orang Utan Buschi in Osnabrück kein neues Gehege bekommen, sondern abgegeben werden. Das für den Umbau des Menschenaffenhauses gesammelte Geld möge der Zoo zum Erhalt von natürlichem Lebensraum spenden. Foto: Klaus Lindemann

Osnabrück. Die Tierschutzorganisation Peta empört sich über den geplanten Umbau des Menschenaffenhauses im Zoo Osnabrück. Das Millionenprojekt sei ein Rückschlag für den Artenschutz. Das Geld solle besser in den Erhalt natürlicher Lebensräume fließen.

Als „Mittel für den falschen Zweck“ bezeichnet der Berliner Verein speziell die kürzlich erfolgte 200.000-Euro-Zuwendung von Sparkasse und Sparkassenstiftung in Stadt und Landkreis Osnabrück. Sie hatte das Spendenbarometer der Aktion „Wir für Buschi“ auf bald eine halbe Million Euro schnellen lassen. Für die Neugestaltung des veralteten Menschenaffenhauses am Schölerberg sind 1,4 Millionen Euro veranschlagt.

Tiere abgeben, Geld spenden

Mit diesem Betrag ließen sich in Südostasien „große Teile der letzten natürlichen Lebensräume von Orang-Utans und Gibbons effizient und langfristig sichern“, teilt Peta mit. Der Verein fordere deshalb die Zoo-Verantwortlichen und Spender auf, Orang-Utan Buschi und die anderen Menschenaffen an größere Zoos abzugeben und das eingesparte Geld direkt für den Schutz der von Ausrottung bedrohten Tiere in freier Wildbahn zu geben.

Peta zweifele daran, dass der Zoo Osnabrück mit der umstrittenen Primatenhaltung einen Beitrag zum Artenschutz liefert. Im Zoo geborene Menschenaffen wie Buschi könnten niemals ausgewildert werden, „weil sie in Gefangenschaft nichts lernen, was sie für ein Leben in der Natur wissen müssen“, sagt Fachreferent Peter Höffken.

Das Einsperren dieser Tiere in Zoogehege sei „nicht nur Tierquälerei“. Auch zur „Naturbildung“ trage ein Affengehege nicht bei. „Die Besucher lernen höchstens, wie sich ein verhaltensgestörtes Tier verhält.“

Asiatische Kulissen

Der Zoo Osnabrück will Buschis Gehege, in dem mit seiner Partnerin Astrid noch ein zweiter Orang-Utan und mehrere Gibbons leben, bis 2016 deutlich vergrößern und verschönern. Vorgesehen ist ein Umbau nach Vorbild der kambodschanischen Tempelruine Angkor Wat. In diesem Stil sind bereits benachbarte Anlagen für asiatische Tierarten gehalten, etwa der Schweinsaffen-Tempel und das Tigergehege.

In den vergangenen Wochen hatten bereits der Direktor des Allwetterzoos Münster und der Zoogegner-Verein Endzoo die Affenhaltung am Schölerberg harsch kritisiert. Der Zoo wies die Vorwürfe jeweils zurück. Sie seien entweder nachweislich falsch oder das Resultat einer verzerrten Wahrnehmung.