Nein zu Gewalt gegen Frauen Osnabrücker hissen die Fahne „frei leben“

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Flaggenhissen vor der Volkshochschule am Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen“: Bürgermeisterin Birgit Strangmann (links) und die frühere Gleichstellungsbeauftragte Anna Maria Schmitz-Hülsmann (rechts). Foto: Klaus LindemannFlaggenhissen vor der Volkshochschule am Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen“: Bürgermeisterin Birgit Strangmann (links) und die frühere Gleichstellungsbeauftragte Anna Maria Schmitz-Hülsmann (rechts). Foto: Klaus Lindemann

Osnabrück. Vertreterinnen von mehr als 30 Gruppen und auch einige Männer haben am Dienstagmittag vor der Volkshochschule zum Internationalen Gedenktag „Nein zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen“ die Flagge von terre des femmes gehisst.

„Gewalt ist keine Privatangelegenheit, auch wenn sie im häuslichen Bereich passiert“, sagte Bürgermeisterin Birgit Stangmann. Immer noch gebe es viele Formen von Gewalt gegen Frauen: Genitalverstümmelung, Unterdrückung oder Gewalt im Namen der Ehre für den „Mythos Jungfräulichkeit“.

In Deutschland sei es besonders schlimm um die sexuelle Selbstbestimmung bestellt, sagte die Bürgermeisterin: „Kaum ein Verbrechen wird so wenig geahndet wie Vergewaltigung.“ Strangmann rief dazu auf, die Postkartenaktion des Bundesverbandes der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe zu unterstützen. Darauf wird eine Reform der Vergewaltigungsparagrafen 177 angemahnt.

Das Sexualstrafrecht in Deutschland wird derzeit reformiert. Eine Änderung des umstrittenen §177 ist aber nicht vorgesehen. Postkarten sind bei der Osnabrücker Frauenberatungsstelle erhältlich: Telefon 0541/ 803405 oder www.frauenberatung-os.de .

Strangmann kritisierte in ihrer Rede zugleich frauenfeindliche Werbung, in der Frauen als stets sexuell verfügbares Objekt dargestellt würden. „Schluss mit der Verharmlosung“, rief sie den Besucherinnen zu. Zwei Saxofonspielerinnen begleiteten die Flaggenaktion musikalisch.

Im Rahmenprogramm lädt die Gruppe „Der andere Tanz“ am Donnerstag, 27. November, um 19 Uhr zur Performance „Verbindung“ in das Haus der Jugend ein. Die Theatermacher Osnabrück führen am Dienstag, 2. Dezember, um 19.30 Uhr in der Lagerhalle das Inzest-Drama „Tätowierung“ in der Lagerhalle auf.

Unter dem Titel „Gewalt reißt tiefe Wunden – Nein zu häuslicher Gewalt“ informieren Polizei und Beratungsstellen am Samstag, 29. November, von 11 bis 14 Uhr in der Großen Straße über ihre Arbeit.


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