Zehn Jahre nach erster Tat angeklagt Osnabrück: Möglicher Serienvergewaltiger vor Gericht

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Festnahme nach exhibitionistischer Handlung im Osnabrücker Stadtteil Schinkel Ost überführt mutmaßlichen Serienvergewaltiger. Foto: dpaFestnahme nach exhibitionistischer Handlung im Osnabrücker Stadtteil Schinkel Ost überführt mutmaßlichen Serienvergewaltiger. Foto: dpa

Osnabrück. Mehr als zehn Jahre nach der ersten Tat muss sich ein mutmaßlicher Serienvergewaltiger ab Donnerstag vor dem Landgericht Osnabrück verantworten. Eine DNA-Probe nach einer exhibitionistischen Handlung im Osnabrücker Stadtteil Schinkel-Ost wurde dem Mann zum Verhängnis.

Insgesamt vier Taten hat die Staatsanwaltschaft angeklagt. Die letzte führte zu seiner Ergreifung: Im September 2013 soll der heute 27-Jährige bei exhibitionistischen Handlungen in der Nähe der Gesamtschule Schinkel in Osnabrück erwischt worden sein und ein Mädchen erschreckt haben.

DNA an drei Tatorten sichergestellt

Die Polizei nahm den Mann fest. Eine anschließende Speichelprobe führte zu Treffern in der Datenbank. Die DNA des Mannes war zuvor bereits an drei Tatorten sicher gestellt worden. In allen drei Fällen ging es um sexuelle Übergriffe auf Frauen in Osnabrück.

Tatort: Jellinghausstraße

Das erste Mal im März 2004, da war der Beschuldigte noch 17 Jahre alt, weswegen er sich nun auch vor der Jugendkammer am Landgericht verantworten muss. Auf der Jellinghausstraße in Osnabrück soll er abends eine 30-jährige Joggerin attackiert und zu Boden gerissen haben. Nach heftiger Gegenwehr des Opfers floh der Täter, heißt es in der Polizeimeldung aus dem Jahr 2004.

Tatort: Rheinische Straße

Ein Jahr später, wieder Osnabrück. Tatort dieses Mal die Rheinische Straße. Hier soll er eine 20-Jährige in ein Gebüsch gedrängt haben. Wieder wehrte sich das Opfer laut Polizeimeldung so heftig, dass der Täter nach kurzer Zeit von der Frau abließ.

Tatort: Herrenteichswall

Der dritte DNA-Treffer stammt von einer Tat aus dem Sommer 2009: Damals bedrohte ein bislang Unbekannter eine 52-jährige Frau am Herrenteichswall in Osnabrück mit einem Messer. Mit Verweis auf die Waffe zwang er das Opfer zu sexuellen Handlungen und floh anschließend. Das Verbrechen blieb ebenfalls jahrelang unaufgeklärt.

Bis jetzt. Denn die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass der heute 27-Jährige, der derzeit in Untersuchungshaft sitzt, die Verbrechen begangen hat. Sie wirft ihm die drei Vergewaltigungen in Tateinheit mit Körperverletzung vor, wobei es in einem Fall beim Versuch geblieben sein soll. Das Verfahren beginnt am Donnerstag, 27. November. Drei Fortsetzungstermine sind anberaumt. Ein Urteil soll noch in diesem Jahr fallen. Zwei der damaligen Opfer nehmen als Nebenkläger an dem Verfahren teil.

Entscheidend für das mögliche Urteil wird sein, ob der Mann zum Tatzeitpunkt eher einem Jugendlichen oder einem Erwachsenen gleichzusetzen sein wird. Bei Anwendung des Jugendstrafrechts drohen ihm zehn, beim Erwachsenenstrafrecht bis zu 15 Jahre Haft.


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