Musikalische Märchenwelt Sergej Rachmaninow in Osnabrück skizziert

Tatiana Prushinskaya spielte Klavier. Foto: Elvira PartonTatiana Prushinskaya spielte Klavier. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Sergej Rachmaninow war ein russischer Komponist. Er stand jetzt im Mittelpunkt der „Les Concerts Remarquables“ im Steigenberger Hotel Remarque in Osnabrück.

ubk Osnabrück. Groß, hager und diszipliniert ist er gewesen. Dazu menschenscheu, voller Selbstzweifel und trotz internationalen Ruhms von Kritikern oft als kitschig abgetan: Sergej Rachmaninow (1873–1943). Am Montag stand der russische Komponist und „Gentleman am Klavier“ im Mittelpunkt der „Les Concerts Remarquables“ im Steigenberger Hotel Remarque.

Unter dem Leitthema „Komponieren ist der wesentliche Teil meiner Existenz“ ließen Annette Kristina Banse und Hans Christian Schmidt-Banse das Leben des „dünnhäutigen Ästheten“ in einer Porträt-Skizze aus elf Variationen Revue passieren. Als „Wanderer zwischen den Welten“ Europa und US-Exil, zwischen „verzagter Demut und fürstlichem Selbstbewusstsein“ stehend, blieb Rachmaninow zeitlebens von seiner russischen Heimat geprägt.

Ob es die Klänge von Kirchenglocken waren oder die Gesänge russisch-orthodoxer Mönche – was Rachmaninow bewegte, fand Ausdruck in seinem Werk. Wobei er die Rechte an seiner bis heute populären „Prélude in cis-Moll“ mit 19 Jahren für einen geringen Betrag verscherbelt hatte. Privat galt er als liebevoller, fürsorglicher Vater, wiewohl nach seinem Tod ein intimer Briefwechsel mit der Dichterin und Seelenfreundin Marietta „Re“ Schaginjan auftauchte.

Einen Eindruck von der Schönheit und Fantasie der „musikalischen Märchenwelt“ Rachmaninows vermittelte die in Dortmund lebende russische Pianistin Tatiana Prushinskaya. Neben verschiedenen Préludes und Variationen faszinierte sie das Publikum mit dem Vortrag der Sonate für Klavier Nr. 2 b-Moll op. 36 (Version 1931).

Hätte Rachmaninow statt Dresden Osnabrück besucht, hätte er statt des „Toteninsel“-Gemäldes eine „Insel der Seligen“ vorgefunden – so hatte es Oberbürgermeister Wolfgang Griesert in seiner Einführungs-„Ouvertüre“ anlässlich dieser zehnten „Remarquables“-Saison ausgedrückt.


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