Modehaus in der City Pohland und Tommy Hilfiger eröffnen 2016 in Osnabrück

Von Sebastian Stricker


Osnabrück. Bis Mitte Januar 2015 sollen alle Vorbereitungen für den Neubau eines Modehauses in der Osnabrücker Fußgängerzone abgeschlossen sein. Zurzeit toben sich an der Adresse Große Straße 57-60 die Abrissbagger aus. Läuft alles nach Plan, eröffnen im Frühjahr 2016 die Herrenausstatter-Kette Pohland und die Marke Tommy Hilfiger hier zwei Läden unter einem Dach.

Bauherr der Doppelboutique ist die IBS Vermögensverwaltung GmbH aus Sutthausen. Sie steckt nach Angaben von Prokurist Ronald Michalski „einen höheren einstelligen Millionenbetrag“ in die Errichtung des Geschäftshauses. Für IBS sei es das größte Neubauprojekt. Bislang habe sich die in Familienbesitz befindliche Gesellschaft auf Geldanlagen im Gebäudebestand konzentriert. Zum Portfolio würden etwa Immobilien in Bielefeld und Lingen (Ems) gehören, wo das Osnabrücker Unternehmen als Verpächter in der Mode- und Hotelleriebranche auftritt.

Nordsee musste weichen

Das Investment am Heimatort beruhe auf „strategischen Überlegungen“, sagt Michalski. Die drei Abrisshäuser in bester Lage hätten sich zum Teil seit langer Zeit in der Hand der IBS-Gesellschafter befunden. Nummer 58/59 zum Beispiel, in dem vor 60 Jahren das Fischrestaurant Nordsee als Erstmieter eingezogen war – und bis zur Schließung Ende September blieb. Mangels alternativer Standorte ist es inzwischen aus Osnabrück verschwunden. Im Gegensatz zu den ehemaligen Nachbarn Depot (Dekoartikel) und Foot Locker (Turnschuhe), die beide in anderen Ladenlokalen der City unterkamen.

Unübersehbare Lücke

Nach mehrwöchiger Entkernung ist der Anfang November begonnene Rückbau ihres früheren Domizils weit fortgeschritten. Auch wenn sich vieles hinter hohen, verkleideten Bauzäunen abspielt und der Baustellenverkehr von Passanten weitgehend unbemerkt über den Kamp rollt: Die Lücke in der Zeile zwischen dm-Drogerie und Schuhriese Reno klafft unübersehbar. Ebenso die auf Bergen von Schutt thronenden Baggerungetüme, die mit extra langen Auslegern und Werkzeugen die mehrstöckigen Gebäude auseinandernehmen. 250 Lkw-Fahrten, schätzt Prokurist Michalski, seien nötig, um das Abbruchmaterial wegzuschaffen.

Richtfest im Sommer

Ist das gut 900 Quadratmeter große Grundstück freigeräumt, werde es nötig, angrenzende Häuser mit Unterfangungen gegen Wegrutschen zu sichern. Ende Januar sollen dann Fundamente gelegt werden, sodass der Rohbau bis Ende August stehen könnte. Mit dem Verkaufsstart sei im Frühjahr 2016 zu rechnen.

Auf drei Etagen fordert IBS mit seinen Mietern Pohland (das erst im September eine Filiale in Münster eröffnete) und Tommy Hilfiger dann den Platzhirsch heraus. Die Idee, ausgerechnet gegenüber von L+T – immerhin einem der größten Modehäuser Norddeutschlands – ein weiteres Bekleidungsgeschäft zu bauen, sei ebenso reizvoll wie erfolgversprechend, so der Investorenvertreter. „Das Haus wird eine Top-Bereicherung für Osnabrück! Konkurrenz belebt das Geschäft. “ Letztlich würden alle profitieren, glaubt Ronald Michalski. Auch der Arbeitsmarkt, erst recht die Kunden.

Wie ein Schachbrett

Nach Auskunft des Architekten Kuno van Häfen vom Büro Wannenmacher & Möller in Bielefeld stehen in dem neuen Kaufhaus über 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung. Tommy Hilfiger wird sich auf 350 Quadratmetern im Erdgeschoss ausbreiten, Pohland auf 1700 Quadratmetern über drei Etagen. Im vierten Stock ist Platz für Verwaltung, Sozialräume und Toiletten. Rechts und links im Gebäude sind Treppenhäuser und Aufzüge vorgesehen, in der Mitte kreuzen sich Rolltreppen.

Bei der Frontfassaden-Gestaltung legten die Planer Wert auf einen schachbrettartigen Wechsel von Wandscheiben aus Naturstein und bodentiefen Schaufenstern, die auf jeder Etage nach außen immer breiter werden. Selbst die Dachgauben greifen dieses Muster auf. Auffällig sind die tiefen, schrägen Laibungen. Um das Haus nicht wie einen Fremdkörper wirken zu lassen, seien laut Architekt van Häfen bewusst Elemente aufgegriffen worden, die sich in ähnlicher Form an anderer Stelle der Innenstadt wiederfinden. „Wir haben neu interpretiert, was in Osnabrück bereits vorkommt.“