„Bestes Absageschreiben 2014“ buw aus Osnabrück für motivierende Absagen prämiert

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Auf der Messe Zukunft Personal haben Jobware und Kienbaum Communications die die Osnabrücker Firma buw für das „Beste Absageschreiben 2014“ ausgezeichnet. Foto: obsAuf der Messe Zukunft Personal haben Jobware und Kienbaum Communications die die Osnabrücker Firma buw für das „Beste Absageschreiben 2014“ ausgezeichnet. Foto: obs

Osnabrück. Wie verpackt man eine schlechte Nachricht am besten, ohne das Gegenüber zu demotivieren? Das Osnabrücker Beratungsunternehmen buw scheint sich damit gut auszukennen: Vor Kurzem ist die Firma mit einem eher ungewöhnlichen Award ausgezeichnet worden. „Bestes Absageschreiben 2014“, lautet der Wettbewerb, den buw gewann.

„Vielen Dank für Ihre Bewerbung. Leider müssen Ihnen jedoch mitteilen ...“ – das Lesen dieser wenigen Worte zerstört die Hoffnungen der Bewerber, die oftmals viel Mühe in ihr Anschreiben gesteckt haben. Es sind häufig reine Standardfloskeln, die ihn darüber hinwegtäuschen sollen, dass er seinen Traumjob nicht bekommt. Doch sie hinterlassen meist nur eines: Frust und Enttäuschung. Es ist eine wahre Kunst, dem Bewerber mitzuteilen, dass er nicht der Richtige für den gewünschten Posten ist und ihm gleichzeitig zu verdeutlichen, dass es eine knappe Entscheidung war und er sicherlich bald eine andere passende Stelle finden wird.

Unternehmensgruppe buw belegt ersten Platz

Der Osnabrücker Beratungsfirma buw gelingt dieser schwierige Spagat besonders gut. Das ist zumindest die Meinung der Jury, die über den Gewinner des Wettbewerbs „Bestes Absageschreiben 2014“ entschieden hat. Die Unternehmensgruppe hat den Preis gewonnen , mit dem die Jobbörse Jobware und die Kommunikationsberater von Kienbaum gemeinsam mit dem Personalmagazin und der Hochschule Fresenius Arbeitgeber auszeichnen, die besonderen Wert auf ihre Absageschreiben legen. „Die Qualität dieses Schreibens hat großen Einfluss auf das Bild, das sich die Kandidaten langfristig vom jeweiligen Unternehmen machen“, heißt es vonseiten der Initiatoren. Vom Stil einer Absage hänge demnach auch der Ruf einer Firma ab – statt standardisierte Floskeln zu verwenden, sollten derartige Antwortschreiben vielmehr motivierend und auf den einzelnen Bewerber abgestimmt sein.

Absage wird im Gespräch begründet

„Jeder Bewerber für uns ist toll, weil es auch eine Wertschätzung für unser Unternehmen bedeutet, wenn sich jemand für uns interessiert. Sie geben sich bei ihrer Bewerbung häufig viel Mühe und verdienen deshalb auch Respekt“, sagt Stefanie Link, Personalreferentin bei buw. Das Absageschreiben sei oftmals der letzte Kontakt, den eine Person zu der Firma habe. Dementsprechend sei es sehr wichtig, dabei einen guten Eindruck zu hinterlassen. Jedem Bewerber wird die Möglichkeit zu einem telefonischen Feedback-Gespräch gegeben. Dort erfährt er dann die genauen Gründe, warum es für ihn nicht gereicht hat. Ein Service, den Link gerne anbietet, auch wenn es mit einem erhöhten Zeitaufwand verbunden ist. „Die Zeit ist es uns auf jeden Fall wert, wenn wir der Person dann ein gutes Feedback geben können“, sagt sie. Scheinbar interessieren sich jedoch nur die wenigsten für die Gründe einer Absage. „Häufig wird das Gespräch nicht in Anspruch genommen“, so die Personalreferentin.

Schreiben für Bewerber kein Trost

Eine Ausnahme ist dagegen ein 27-Jähriger aus der Region. Seine Absage war es schließlich, wegen der buw den Preis gewinnen konnte. Eine Kollegin Links hatte von dem Wettbewerb gehört; anschließend wurde das Schreiben an den jungen Mann bei der Jury eingereicht. „Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass es dieses Mal nicht geklappt hat. Gleichwohl sagen wir Herzlichen Dank für [...] das Interesse, das sie der buw Unternehmensgruppe entgegengebracht haben“, heißt es in der Absage – verbunden mit dem Versprechen, für ein ausführliches Feedback Rede und Antwort zu stehen. So nett formuliert das Schreiben auch gewesen sein mag, für den Bewerber war es kein wirklicher Trost. Er hat seine Stelle gekündigt, seit Monaten bemüht er sich um einen neuen Job. Etliche Bewerbungen hat er seitdem verfasst – bisher noch ohne Zusage. „Solch eine Bewerbungsphase zieht sich ganz schön hin. Das dauert teilweise ewig“, sagt er. Erhält er eine Absage, möchte er keine Standardfloskeln hören. Er will stattdessen wissen, warum es nicht geklappt hat. Doch auch in dem prämierten Schreiben von buw hat er keine Gründe entdecken können. „Ich hab zunächst auch gedacht, dass die Absage nicht personalisiert war. Sie war total neutral gehalten.“

Mit Auszeichnung nicht gerechnet

Im Gegensatz zur Jury des Wettbewerbes hat ihn das Schreiben nicht überzeugt. „Wenn das die beste Absage sein soll, wie sehen dann die schlechten aus“, fragt der 27-Jährige. Nachdem er das Schreiben durchgelesen hatte, rief er gleich bei dem Beratungsunternehmen an. „Das Feedback-Gespräch war dann besser und deutlich befriedigender als die Absage, die ich zuvor per Email erhalten hatte“, sagt er.

Auch wenn die Meinungen über das Antwortschreiben auseinandergehen, Personalreferentin Link freut sich über die Auszeichnung. „Damit hab ich gar nicht gerechnet. Aber für uns ist es eigentlich eine Selbstverständlichkeit, den Bewerbern ein ausführliches Feedback zu geben“, sagt sie.


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