Regionalkonferenz in Osnabrück ADFC: Verlangsamter Autoverkehr soll Lebenswert steigern

Einige Teilnehmer der ADFC-Regionalkonferenz besuchten die gefährliche Kreuzung am Johannistorwall. Foto: WestdörpEinige Teilnehmer der ADFC-Regionalkonferenz besuchten die gefährliche Kreuzung am Johannistorwall. Foto: Westdörp

Osnabrück. Zum ersten Mal haben sich Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) der Region Südwest zu einer Konferenz getroffen. Dabei ging es darum, sich kennenzulernen und gemeinsame Aktionen rund um das Rad in den Blick zu nehmen.

Aus Edewecht (Landkreis Ammerland) war eigens der ADFC-Landesvorsitzende Dieter Schulz zur Konferenz gekommen. „Wir wollen die Kommunikation und das Zusammenwirken verbessern“, nannte er als Ziele des Treffens. Denn: Zwar gibt es starke Kreisverbände wie in Osnabrück und in der Grafschaft Bentheim. Doch war die Vernetzung zwischen den Mitgliedern des Fahrradclubs nicht sonderlich eng. Zudem gibt es einen weißen Flecken im Clubgebiet. „In Cloppenburg gibt es Mitglieder, aber keine Struktur“, schilderte Schulz. In der Region Südwest sind die ADFC-Gruppen und -Kreisverbände aus dem Emsland, der Grafschaft Bentheim sowie Osnabrück und Vechta organisiert.

Diskutiert wurde im Gemeinschaftszentrum Ziegenbrink die ständig wachsende Nachfrage nach Radtouren, die der ADFC anbietet. Gebraucht werden deshalb mehr Tourenleiter, die man in den Kreisverbänden schult. Dort erfahren die Tourguides, wie man beispielsweise Radfahrergruppen von 20 Leuten souverän begleiten kann. Schulz informierte die 17 Konferenzteilnehmer darüber, dass der Bundesverband des ADFC derzeit an einem pädagogischen Konzept zur Tourenleiterausbildung feile. An eine Veröffentlichung sei aber erst im nächsten Jahr zu denken.

Schulz erklärte zudem die Fahrradschulen, die manche Ortsvertretungen anbieten. Ein vom niedersächsischen Sozialministerium gefördertes Modellprojekt ist in Lingen, Steinfeld und Leer umgesetzt worden, so Schulz. Dabei ging es darum, speziell Frauen aus anderen Kulturen zu ermöglichen, das Radfahren zu erlernen.

Um die Sicherheit für Radfahrer zu erhöhen, diskutierten die Konferenzteilnehmer über Maßnahmen, die das innerstädtische Tempo von Autos drosseln können. Favorisiert wurde etwa der Rückbau von Vorfahrtsstraßen zugunsten von Rechts-vor-links-Lösungen. Langsamer Verkehr steigere den Lebenswert in einem Ort, war man sich einig.

Positiv überrascht von der ersten Regionalkonferenz zeigte sich am Ende Ansgar Hagemann. „Wir treffen uns jetzt jeden dritten Samstag im November“, teilte der stellvertretende Vorsitzende des lokalen ADFC mit.


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