Haushaltseinsparungen Osnabrücker Museum und Zoo in einer Hand?

Von Dietmar Kröger

Der Tagungsraum im Museum am Schölerberg gibt schon jetzt den Blick – und auch den Weg – frei in den Zoo. Ein Zusammengehen beider Institutionen könnte weitere Synergieeffekte bringen. Foto: Michael GründelDer Tagungsraum im Museum am Schölerberg gibt schon jetzt den Blick – und auch den Weg – frei in den Zoo. Ein Zusammengehen beider Institutionen könnte weitere Synergieeffekte bringen. Foto: Michael Gründel 

Osnabrück. Die Diskussion um die Zusammenlegung von Zoo und Naturkundlichem Museum am Schölerberg flammt wieder auf. Hatte es in der Vergangenheit schon mehrfach Überlegungen zu einer Fusion gegeben, scheint es jetzt ernst zu werden. Kämmerer Thomas Fillep hat das Thema in seiner Liste möglicher Sparpotenziale aufgegriffen.

Fillep bestätigte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass er in einer Zusammenlegung große Synergieeffekte sehe, sowohl für das Museum als auch für den Zoo. Im gegenseitigen Nutzen könnten beide Institutionen ihre Besucherzahlen steigern. Einsparpotenzial sieht Fillep unter anderem im Bereich Personal, indem hier zum Beispiel ein Austausch zwischen beiden Institutionen stattfinde. Vor allem aber ist Fillep an der Einnahmenseite gelegen: „Es wäre doch gut, wenn wir die hervorragenden Sponsoringerfolge des Zoos auch für das Museum nutzen könnten.“ Insgesamt sei die Politik von der Idee begeistert, so Fillep weiter unter Bezug auf die interfraktionellen Gespräche zum Haushalt am vergangenen Wochenende. „Wobei Politiker gerne über das Ziel hinausschießen“, bremst er gleichzeitig zu große Erwartungen.

Zu große Erwartungen

Man könne die Dinge nämlich „auch kaputtsparen“. Fillep ist sich bewusst, dass mit der derzeitigen Ausstellung keine Steigerung der Besucherzahlen zu erwarten ist. Um das Museum in der Gunst der Besucher wieder nach vorne zu bringen, seien Investitionen nötig. Filleps Rechnung ist so einfach wie einleuchtend: Attraktives Museum gleich steigende Besucherzahlen gleich mehr direkte Einnahmen plus zusätzliche Sponsorengelder, die auch erst flössen, wenn sich das Haus ansprechend präsentiere. Mit anderen Worten: Ein Teil der Einsparungen muss reinvestiert werden, um das Ziel einer Zuschussminimierung erreichen zu können. „Wir werden also nicht gleich im ersten Jahr 100000 Euro einsparen können“, so Fillep. „Da schießen die Erwartungshaltungen derzeit etwas in den Himmel.“

Als erstes offizielles Gremium hatte sich schon der Beirat der Zoogesellschaft mit dem Thema befasst. Beiratsvorsitzender Fritz Brickwedde berichtet, dass das von Zoo-Geschäftsführer Andreas Busemann vorgestellte Konzept positiv aufgenommen worden sei.

Brickwedde, der auch Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtrat ist, hält auch eine Zustimmung seiner Partei zu einer Fusion der beiden Institutionen für durchaus denkbar. „Das ist aber in der Fraktion noch nicht diskutiert worden“, wollte Brickwedde dem politischen Abstimmungsprozess nicht vorgreifen.

Uwe Görtemöller (SPD), ebenfalls Mitglied im Zoo-Beirat, hält das Busemann-Konzept ebenfalls für einen gangbaren Weg. „Aus gesamtstädtischer Sicht ist das eine gute Lösung.“ Es gebe viele Schnittstellen zwischen Zoo und Museum. Beide Einrichtungen könnten durch eine Fusion für die Besucher noch interessanter werden. Die SPD-Fraktion stehe „voll“ hinter einer Zusammenlegung. Auch der Partner der Sozialdemokraten im Rat, die Grünen, haben keine „generellen Vorbehalte“ gegen das Projekt, wie deren Fraktionsvorsitzender Michael Hagedorn sagt.

Keine Vorbehalte

Zoogeschäftsführer Andreas Busemann, geistiger Vater des ersten Konzeptentwurfs für ein Zusammengehen beider Einrichtungen auf dem Schölerberg, sieht Synergieeffekte, die eine solche Kooperation sinnvoll erscheinen lassen. „Beide Einrichtungen können sich inhaltlich befruchten“, so Busemann. Seit 2009 besteht bereits eine räumliche Verbindung durch den unterirdischen Zoo .

Durch eine behutsame Neuorganisation ließe sich die Finanzsituation verbessern. Vor allem in den Bereichen Drittmittelakquise, Marketing und Controlling sieht der Zoochef Möglichkeiten, das Defizit zu verringern, die Einnahmen zu steigern und das Museum aus der wirtschaftlichen Misere mit hohem Zuschussbedarf zumindest in Teilen herauszuholen. „Wir werden keine Millionenbeträge generieren können. Aber die langfristig zu erzielenden Einsparungen lassen es zumindest sinnvoll erscheinen, das Thema weiter zu konkretisieren“, so Busemann vorsichtig.