Gymnasium in der Wüste Lange Nacht der Mathematik an Osnabrücker Gymnasien

Mit chinesischen Zahlzeichen und dem Rechensystem der Maya setzten sich diese Schülerinnen des Gymnasiums „In der Wüste“ auseinander: (von links) Elisabeth Pieler, Nina Lipka, Dörthe Winkler und Hannah Pötter. Foto: Elvira PartonMit chinesischen Zahlzeichen und dem Rechensystem der Maya setzten sich diese Schülerinnen des Gymnasiums „In der Wüste“ auseinander: (von links) Elisabeth Pieler, Nina Lipka, Dörthe Winkler und Hannah Pötter. Foto: Elvira Parton

lri Osnabrück. Mathematik als Schulfach ist nicht bei jedem Schüler beliebt. Die Kritzelei „Mathe ist ein Arschloch“ ziert die Wände ungezählter Schultoiletten. Doch es geht auch anders. Dass viele Schüler durchaus Spaß am Rechnen und Knobeln haben, zeigte jetzt die zum wiederholten Male bundesweit stattfindende „Lange Nacht der Mathematik“. Auch in Osnabrück erfuhr die Veranstaltung großen Zuspruch.

Das Carolinum, das Gymnasium Melle und das Gymnasium „In der Wüste“ boten ihren Schülern in diesem Jahr an, die Nacht im Schulgebäude zu verbringen und sich in kleinen Gruppen mit den vielfältigen Aufgaben zu befassen. Die wurden zentral vom Initiator der „Langen Nacht“, der Klaus-Groth-Schule in Neumünster, gestellt.

In gestaffelten Phasen sollten sich die Schüler zuerst als Jahrgang, später dann in kleinen Gruppen bis in die frühen Morgenstunden mit den Aufgaben auseinandersetzen.

Wie beliebt das Angebot ist, zeigte sich am Beispiel des Gymnasiums „In der Wüste“. 136 Schüler meldeten sich hier an, um eine Nacht lang durchzuknobeln. Ein Zuspruch, der Reinhardt Fulge, stellvertretender Schulleiter und Mitorganisator der „Langen Nacht“ am Wüstengymnasium, jedoch nicht überrascht: „Es würden sich auch ohne Probleme 200 interessierte Schüler finden, was aber aus Platzmangel und organisatorischen Gründen nicht machbar ist.“ Die „Lange Nacht“ hat an seiner Schule Tradition – bereits zum zehnten Mal findet sie hier statt. Diese Erfahrung mache sich bezahlt, so Fulge. Der Ablauf sei mittlerweile deutlich routinierter. Auch Mathelehrer Thorsten Fraas ist seit der ersten langen Nacht in der Wüste 2005 dabei. Mit Kollegen organisiert und betreut er die Veranstaltung. Gerade die stundenlange Motivation der Schüler sei für einen Lehrer eine besondere Erfahrung, so Fraas: „Das erlebt man im Unterricht auch nicht immer, dass sich Schüler so konzentriert mit dem Stoff beschäftigen.“

Dazu dürfte auch die Gestaltung der Aufgaben einen großen Teil beitragen. Ein Teil der ohnehin schon komplexen Rechnungen wurde zum Beispiel in chinesischen Zahlzeichen angegeben. Auch das System der Maya fand Gebrauch. Nach intensiver Internet-Recherche war der Jubel groß, als sich die in den Rechner eingetippte Lösung als richtig herausstellte. Wie besonders diese Veranstaltung für die Schüler ist, das zeigt sich noch Jahre später: Unter den Betreuern fanden sich an diesem Abend auch ehemalige Gymnasiasten, die ihr Abitur schon lange in der Tasche haben.