Leichtfüßiges Mozart-Requiem Bach-Chor und Helios-Kammerphilharmonie in St.Katharinen

Von Jan Kampmeier


Osnabrück. : Arne Hatje musiziert mit seinem Bach-Chor neben Mozarts Requiem Musik von Morten Lauridsen und mit der Helios-Kammerphilharmonie Hannover Arvo Pärts „Trisagion“.

Der Komponist Morten Lauridsen ist nicht unumstritten. Viele werfen dem konservativen Zeitgenossen eine süßliche und einförmige Tonsprache vor. Auf jeden Fall hat er einen äußerst leicht erkennbaren Personalstil entwickelt.

In der Katharinenkirche ist der auch in seinem Werk „Lux aeterna“ aus dem Jahr 1997 wiederzufinden: sanft fließende Musik voll warmer und harmonisch leicht fassbarer Klänge. Der Bach-Chor und die Helios-Kammerphilharmonie Hannover musizieren unter der Leitung von Arne Hatje und bringen genau diese zentralen Eigenschaften der Musik gut zur Geltung. Den dritten Satz „O nata lux“ bestreitet der Bach-Chor a cappella und macht damit durchaus Eindruck.

Die Streicher des Orchesters dürfen sich ebenfalls allein präsentieren, und zwar in Arvo Pärt s „Trisagion“, nur wenige Jahre vor Lauridsens „Lux aeterna“ entstanden und noch ruhiger. Auch Pärts Stil ist unverkennbar, in diesem Fall aber abstrakter als Lauridsen, denn sein Werk orientiert sich zwar an einem Text, doch der wird eben nicht artikuliert, sondern den Streichern anvertraut. „Trisagion“ klingt in der halligen Akustik von St. Katharinen übrigens vorzüglich.

Fast eine Stunde ist schon vorüber, als Arne Hatje den ersten Einsatz zu Mozarts Requiem gibt. Er wählt ein recht flüssiges Tempo, und auch die anschließende Doppelfuge kommt sehr flott daher. Den zügigen Tempi bleibt der Dirigent auch weiterhin treu. Als Resultat erlebt man ein stellenweise ungewohnt leichtfüßiges Requiem. Namentlich das wuchtige „Rex tremendae“ wirkt weniger gewichtig, das ruhige „Lacrimosa“ gar fast tänzerisch, und bei der Textstelle „ne absorbeat eas tartarus“ geht richtig die Post ab.

Arne Hatje fordert immer wieder deutliche dynamische Kontraste, sein Ensemble könnte ihm darin allerdings noch etwas stärker folgen. Klanglich ist die Aufführung ansonsten gut gelungen. Männerstimmen hat der Bach-Chor zwar zurzeit nur wenige, doch die stehen dafür vorne, und so funktioniert es ganz gut. Die Helios-Kammerphilharmonie musiziert nicht mit historischen Instrumenten, doch für eine charakteristische Farbe im Orchester sorgen die von Mozart anstelle der verwandten Klarinetten eingesetzten Bassetthörner.

Sehr unterschiedlich scheinen die beiden männlichen Solisten. Während Bass Stefan Adam eher glatt und schnörkellos singt, strebt Tenor Michael Connaire nach Expressivität. Im Quartett – Soloarien gibt es in Mozarts Requiem ja nicht – funktioniert das gemeinsam mit der Altistin Hilke Andersen und der Sopranistin Hanna Zumsande dennoch gut. Letztere hat Osnabrücker Wurzeln und ist mit ihrer klaren und sanften Stimme gewiss nicht die Schwächste im Solistenquartett.

Am Schluss wiederholt sich die „Kyrie“-Fuge, hier genauso flott wie anfangs –, und nach gerade mal 45 Minuten ist alles geschafft.