Ein Tod für alle Lebenslagen Das „Totensonntag-Special“ im Rosenhof

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Osnabrück. Als „Totensonntag-Special“ meldete sich der Tod als geheimnisvoller Kapuzenmann am Sonntag mit seinem mehrfach ausgezeichneten zweistündigen Anti-Angst-Training „Mein Leben als Tod“ zurück auf die Bühne im gut besuchten Rosenhof. Der Künstler aus Berlin möchte, passend zu seiner Bühnenrolle als Tod, seine Anonymität wahren und seinen bürgerlichen Namen nicht preisgeben. Der Tod will namentlich nicht genannt werden. Der Tod will namentlich nicht genannt werden.

Der Tod ist Kuttenträger, spielt Blockflöte, liebt Schlager und ist vor allem sehr komisch. Weil das aber kaum jemand weiß, macht er seit drei Jahren die Republik in Sachen Imagekampagne unsicher.

Als „Totensonntag-Special“ meldete sich der geheimnisvolle Kapuzenmann am Sonntag mit seinem mehrfach ausgezeichneten zweistündigen Anti-Angst-Training „Mein Leben als Tod“ zurück auf die Bühne im gut besuchten Rosenhof , wo er das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes die (Bio-) Radieschen von unten beschauen ließ.

Weil aber vor dem Tod bekanntlich das Leben kommt, präsentierte sich der auf Anonymität bedachte Berliner Komödiant im Vorfeld als „Blühendes Leben“ in floraler Verkleidung und animierte das Publikum ebenso zum lebensbejahenden Schunkeln wie zum „Protestsong gegen Mitmachsongs“. Mit angemessen unheimlichen Nebelschwaden und Orgelklängen erschien er alsdann im Habitus des düsteren Sensenmannes, wünschte mit Todeshauch und hoher Fistelstimme ein „Herzstillstand Willkommen“ und legte mit seiner schwarzhumorigen „Death Comedy“ los: „Die Besten sterben zu früh – fühlt man sich da nicht benachteiligt?“

Im drollig-morbiden Tonfall gab der Tod Kostproben aus seinem rosafarbenen Tagebuch (mit Kätzchenstickern) zum Besten, las aus seinem Buch „Mein Leben als Tod“, betätigte sich als Schlagersänger („Ein Stein, der deinen Namen trägt“) oder packte seine zerlegbare „Sense to go“ aus.

Weil aber das Leben als Tod trotz Konfetti, Kindertröte und Schwarzfahren „kein Ponyfriedhof“ ist, plauderte der putzige Sensenmann aus dem Jenseits, wo FDP und Kommunisten in einer Zweck-WG hausen oder die Gründung einer Tod-Partei („Mit uns liegen Sie richtig“) angedacht ist.

Einblicke ins private Treiben des Todes boten eine Fotoshow („Todi sein Fotoalbum“) mit Motiven wie „Tod vorm Kanzleramt“, Todes-Praktikantin „Exitussi“ oder Kamikatze-Haustier „Mautzi“, das nur auf dem ersten Blick aus der rechten Hand des Todes mit zwei Styroporkugeln besteht.

Entertainer-Qualitäten bewies der Tod auch mit seiner Quizshow „Wer lebt länger?“, in der er zwei Zuschauer auf der Bühne um weitere Lebenszeit anraten ließ. Als fürsorglicher Gastgeber bot der Tod seinem Publikum zudem als wild herumhampelnde Tanzkanone auf offener Bühne weitere Gelegenheit zum Totlachen. Am Ende kriegt der Tod eben doch alle. Mit tödlicher Sicherheit.


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