Lutherhaus Persönliche Songs und ausdrucksstarke Stimme: Noam Vazana


Osnabrück. Noam Vazana sang im Lutherhaus überwiegend ruhige und teils sehr persönlich gefärbte Songs. Mit ihr auf der Bühne stehen Felix Hildenbrand und Remco Menting, und manchmal scheint auch Bob Marley nahe zu sein.

Von ihr stammen Texte und Musik, und auf der Bühne im Lutherhaus singt Noam Vazana, spielt Klavier und Posaune. Sehr beachtlich, doch damit noch nicht genug: Ihre beiden Instrumente kann sie sogar gleichzeitig erklingen lassen. Die Posaune steckt dabei auf einem Stativ, so kann sie mit einer Hand den Zug bedienen und mit der anderen die Tasten des Flügels drücken. Richtig entspannt sieht das allerdings nicht aus, und so kommt die Posaune nur dann und wann zum Einsatz.

Dafür unterstützen Felix Hildenbrand am Bass und Remco Menting am Schlagzeug ihre Songs, und zwar meist ziemlich dezent. Oft geht es nämlich eher ruhig zu. Nachdenklich und versonnen klingen ihre Songs sogar dort, wo es mal etwas massiver zur Sache geht, wie etwa in dem Titel „Cum and go“, zu dem sie Prostituierte in Amsterdam inspiriert haben.

Das Lutherhaus wirbt für Noam Vazana mit dem Begriff „Mezzosopran“, dabei klingt ihr Gesang gar nicht besonders klassisch. Auf jeden Fall hat die junge Sängerin aus Israel aber stimmlich einiges zu bieten, ausdrucksstark und wandelbar klingt ihr Organ. Abwechslungsreich ist auch ihre Musik – schimmert da nicht Bob Marley durch? Der nächste Song ist dann tatsächlich von ihm, dabei klingt sein „Redemption Song“ bei ihr schon wieder ganz nach Noam Vazana.

Und fast alle übrigen Titel im Lutherhaus stammen auch tatsächlich von ihr selbst, sind auch auf ihren beiden CDs zu finden. Oft vertont Noam Vazana sehr persönliche Eindrücke oder Erlebnisse. Da kann es um ihr Heimat gehen („Calling you from Syria“, „Desert Moon“) oder sogar um ihren Exfreund („Davids Lament“, „Waiting“). Glücklicherweise gelingt es ihr allerdings, damit nicht aufdringlich zu wirken.