An der Stadtbibliothek Ersatz für zerstörtes Plakat in Osnabrück

Von Kerstin Balks

An der Stadtbibliothek wurde jetzt das neue „Gesichter meiner Stadt“-Plakat enthüllt. Foto: Michael GründelAn der Stadtbibliothek wurde jetzt das neue „Gesichter meiner Stadt“-Plakat enthüllt. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Es sollte ein unübersehbares Zeichen dafür sein, dass Osnabrück stolz ist auf die kulturelle Vielfalt seiner Bürger, und Neuankömmlinge – gleich welcher Herkunft – willkommen heißt.

Das überdimensionale Plakat am Stadthaus zog die Blicke auf sich, auch die der mutmaßlich ausländerfeindlichen Täter, die es im vergangenen April zerstörten. Seit Mittwoch unterstreicht ein neues Banner an der Stadtbibliothek die Willkommenskultur der Friedensstadt.

„Osnabrück und Du“, ist der Titel eines Projekts, mit dem die Stadt eine angemessene Form der Willkommens- und Anerkennungskultur etablieren möchte. „Gesichter meiner Stadt“ heißt ein anderes Projekt, mit dem Schüler mehrerer Osnabrücker Schulen das multinationale Leben in ihrer Stadt abbilden möchten. Beide Projekte sind auch visuell angelegt. Es geht um Porträts, also um Gesichter, aber auch um die Geschichten dahinter. Insofern fügt sich das neue Banner mit den 180 abgebildeten Menschen schlüssig an die erste Plakataktion an.

Entstanden ist es in einer Aktion der am Projekt beteiligten Schüler unter Mitwirkung des Migrationsbeirates. Bei Publikumsveranstaltungen wie der Maiwoche, aber auch an Einkaufstagen auf der Großen Straße verkauften sie das Material des zerstörten Plakates in kleinen Schnipseln, versehen mit einem Aufruf der Stadt Osnabrück, sich mit Ideen zur Förderung der kulturellen Vielfalt einzubringen.

Wolfgang Griesert, der sich über die Zerstörung des ursprünglichen Plakates, „sehr geärgert“ hat, lobte das Engagement der Schüler, die aus den Schnipseln etwas Neues geschaffen hätten. Das Projekt „Gesichter meiner Stadt“ zeige, welche Kreativität in der Vielfalt entstehe. „Die Gesichter auf dem Banner machen Lust auf die Geschichten dahinter. Sie zeigen: Wir alle sind Stadtgesellschaft“, so der Oberbürgermeister.

Osnabrück sei Friedensstadt nicht allein aufgrund seiner historischen Bedeutung, „sondern weil wir die Idee auch in die Zukunft tragen.“

Das im vergangenen Jahr von Tobias Romberg, Journalist und Lehrer an der Ursulaschule, initiierte Projekt „Gesichter meiner Stadt“ steht unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters und wird vom Fachbereich Stadtentwicklung und Integration gefördert. Es ist in diesem Herbst in eine zweite Runde gegangen.

Aus den Ergebnissen der ersten Projektrunde wurde eine Ausstellung zusammengestellt, die dieser Tage eröffnet wurde und in der Oldenburgischen Landesbank an der Schillerstraße zugänglich ist. Besagtes Banner soll voraussichtlich noch bis Januar an der Stadtbibliothek angebracht sein.

Informationen im Internet unter www.gesichter-meiner -stadt.de