Zocken für den guten Zweck German Poker Days an der Hochschule Osnabrück

Von Markus Strothmann

In der Aula der Hochschule Osnabrück können Zocker gegen echte Poker-Profis spielen. Symbolfoto: dpaIn der Aula der Hochschule Osnabrück können Zocker gegen echte Poker-Profis spielen. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Konzentrierte Pokerfaces an 30 Tischen: Rund 250 Pokerfans zocken heute Abend in der Aula der Hochschule beim Charity Turnier der German Poker Days. Die Veranstaltung findet bereits zum vierten Mal statt; in Osnabrück gastiert das Turnier aber zum ersten Mal.

An bis zu 30 Tischen startete pünktlich um 18 Uhr die erste Runde des Wettkampfs. Vorher hatten die Besucher Gelegenheit, einer Podiumsdiskussion zu lauschen, Thema: „Poker als Breitensport -Fluch oder Segen.“ Der Präsident des Deutschen Poker Sportbunds (DPSB) Stephan Kalhamer diskutierte mit Buchautor und Pokerfreund Udo Gartenbach über Wesen und Ansehen des Spiels. Überraschend: Nach Ansicht des Mathematikers Stephan Kalhamer ist Poker „kein Kartenspiel.“ Die Karten sorgten lediglich für ein Zufallsmoment; das eigentliche Spielmaterial seien im Grunde die Chips. Außerdem habe das Spiel richtig gespielt mit Glück nichts zu tun – da widersprach Udo Gartenbach schmunzelnd: „Bei mir schon.“ Über eine Sache waren sich die beiden aber einig: „Poker ist das geilste Spiel der Welt.“

Klackernde Chips und knappe Fachausdrücke

Die Vorfreude war den Zockern vor dem Beginn deutlich anzusehen. Nach dem Startschuss durch Veranstalter Heiko Wulf von German Events ist der Raum erfüllt vom Klackern der Chips, nur hin und wieder hört man leise Stimmen, beim Spielen erschöpft sich die Konversation in knappen Fachausdrücken und Zahlen. Laut Heiko Wulf wird das Turnier mit Sicherheit bis in die frühen Morgenstunden dauern. Neben gesponserten Sachpreisen von insgesamt über 2500€ lockt vor allem die Herausforderung, gegen die Poker-Prominenz zu spielen. Neben Stephan Kalhamer und Udo Gartenbach nimmt noch ein echter Pokercrack teil: Der Dortmunder Sebastian Pauli gewann im Oktober das Main Event der European Poker Tour in London und räumte sage und schreibe 700000 Euro ab. Der Student der Wirtschaftswissenschaften kommentiert seinen Erfolg bescheiden: „Da gab es ein bisschen was.“ In Osnabrück ist der Pott etwas kleiner, Hauptpreis ist eine viertägige Pokerreise in das berühmte Kings Casino in Tschechien, inklusive Hotelkosten und Turnierteilnahme. Aber dafür dauert der German Poker Day auch nur eine Nacht – beim Londoner Main Event saßen die Spieler eine volle Woche an den Tischen. In der Aula der Hochschule werden dagegen schon in den frühen Morgendstunden die letzten neun um den Hauptpreis zocken. Falls es unterwegs einem Spieler gelingt, einen der drei Pokerprofis rauszukegeln, winkt ein Sonderpreis.

Über die zu gewinnende Pokerreise hinaus gibt es eine Versteigerung von attraktiven Sachgewinnen. Der Erlös des Turniers geht in diesem Jahr an eine regionale und eine überregionale Organisation für krebskranke Kinder. In den letzten Jahren konnten insgesamt Spendensummen von über 6000 Euro erreicht werden.