Wie im Fliegenden Klassenzimmer Ausstellung zum interkulturellen Schulprojekt „Gesichter meiner Stadt“

Von Kerstin Balks

Sie sind Gesichter der Stadt: . Ismail Gambo Gesi, Victoria Simpson, Bettina Escaño, Tobias Romberg (von links). Foto: PartonSie sind Gesichter der Stadt: . Ismail Gambo Gesi, Victoria Simpson, Bettina Escaño, Tobias Romberg (von links). Foto: Parton

Osnabrück. „Gesichter meiner Stadt“ heißt ein Projekt, in dem Schüler Menschen vorstellen, die aus aller Welt nach Osnabrück gekommen sind, um hier zu leben. Im Laufe eines Jahres sind Porträts dieser Menschen und der Länder, aus denen sie stammen, entstanden. Diese „Länderseiten“ veranschaulichen die internationale Vielfalt Osnabrücks.

Derzeit werden sie als Ausstellung in der Oldenburgischen Landesbank (OLB) an der Schillerstraße gezeigt.

In Burkina Faso gibt es ein Sprichwort: „Wenn du in ein Land kommst und die Leute gehen auf dem Kopf, musst du auch auf dem Kopf gehen.“ Damien Balima muss bei seiner Arbeit als Operationstechnischer Assistent im Krankenhaus in Ostercappeln zwar nicht auf dem Kopf gehen, dennoch hat der 36-jährige Burkinabe viel dafür getan, sich in Deutschland zu integrieren. Er geht dabei differenziert, aber sehr positiv mit den unterschiedlichen Kulturen und Lebensweisen um, wie das Interview zeigt, das Marisa Strodt, eine Schülerin der Ursulaschule, mit ihm geführt hat.

Damien Balima ist der Liebe wegen nach Deutschland gekommen. Andere kommen der Arbeit wegen oder weil sie hier studieren möchten. Für wieder andere, wie Ismail Gambo Gesi aus Somalia, ist Osnabrück Zuflucht nach Krieg oder Terror in ihrem Heimatland. Die Vielfalt der Beweggründe, die Vielfalt der Kulturen, die Vielfalt der Persönlichkeiten – all das bildet das Projekt „Gesichter meiner Stadt“ ab.

Tobias Romberg, Journalist und Lehrer an der Ursulaschule, hat es 2013 ins Leben gerufen. „Ich habe selbst gestaunt, als ich erfuhr, dass über 15000 Menschen aus anderen Ländern in unserer Stadt leben, und mich gefragt, was sie wohl erlebt haben“, beschreibt er die Idee.

Beim Projekt, an dem neben Ursulaschülern auch Jugendliche von Graf-Stauffenberg-Gymnasium, Gymnasium „In der Wüste“, Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium und Ratsgymnasium teilnahmen, wurden Schüler zu Journalisten: Sie recherchierten zu den jeweiligen Ländern, suchten sich Ansprechpartner, führten Interviews und verfassten die Texte, die im Internetportal „Gesichter meiner Stadt“ und bis Weihnachten in der OLB, die das Projekt unterstützt, nachzulesen sind.

Für Reinhardt Fulge, stellvertretender Leiter des Gymnasiums „In der Wüste“, hebt das Projekt zum einen die interkulturelle Vielfalt unserer Gesellschaft hervor, stellt aber auch vielfältige Anforderungen an die teilnehmenden Schüler: „Gesichter meiner Stadt“ ermögliche sachbezogenes Lernen, aber auch erstes journalistisches Arbeiten und den Erwerb sozialer Kompetenzen. 30 Länder haben die Schüler schon entdeckt, und es werden noch etliche hinzukommen: Im Oktober nämlich ging das Projekt mit neuen „Jungreportern“ in die zweite Runde. Eine Art „Fliegendes Klassenzimmer“ also, das jüngst den bundesweiten Wettbewerb „Alle Kids sind VIPs“ der Bertelsmann-Stiftung gewann.