Meisterhaftes, intensives Gitarrenspiel „Acoustic Guitar Night“ mit Tim Sparks im Lutherhaus


cby Osnabrück. Die „Acoustic Guitar Night“ bot im Osnabrücker Lutherhaus wieder musikalischen Hochgenuss. Musiker aus Minneapolis und Köln begeisterten.

Osnabrück. Sie ist fast schon so etwas eine musikalische Institution: Die „Acoustic Guitar Night“ bot im ausverkauften Lutherhaus Streifzüge durch vielschichtige Klanglandschaften. Mit Tim Sparks und Dean Magraw aus Minneapolis und dem Kölner Markus Segschneider bot Kulturhausbetreiber Peter Finger hochkarätigen Gitarrenkünstlern eine Bühne. Wie gewohnt griff der Hausherr aber auch selbst in die Saiten.

„Ich bin gespannt, was heute Abend dabei rauskommt“, bemerkte Finger augenzwinkernd, bevor Markus Segschneider den Abend musikalisch eröffnete. Mit Stücken aus seinem aktuellen Album „Scetchbook“ bot er ein breites Repertoire, dessen unaufdringlicher Stil sich durch mal groovig, mal verträumt daherkommende Präzision auszeichnete. Beeindruckend dabei auch sein wunderschönes, ruhiges „Poem for a Nice Day“, entstanden, so Segschneider, an einem entspannten Tag am Meer.

Es folgte Tim Sparks , der mit einem launigen Spiel auf der Stahlsaiten-Gitarre seinen nordamerikanischen Wurzeln klanglich Ausdruck verlieh. Mit vibrierender Energie verwob er Blues- und Country-Motive und band dabei auch arabesk anmutende Passagen und Klezmerelemente mit ein.

Deutlich ruhigere Töne schlug zunächst Dean Magraw an. Gebannt lauschte das Publikum den sphärischen Soundbögen und weichen Harmonien, die er seiner Gitarre entlockte und dabei Geschichten zu erzählen schien. Seine Experimentierfreude drückte sich aber auch in abstrakteren Strukturen mit schnellen Wechseln und unerwarteten Wendungen aus.

Meisterhaftes Fingerpicking bot im Anschluss Peter Finger. Komplexität und Vielschichtigkeit kennzeichnen sein faszinierendes Spiel, bei dem er einen wahren Klangkosmos entfaltet. Eine enorme Leichtigkeit und klangliche Dichte entsprangen seinem Stück „Summer in France“. Etwas nachdenklicher hingegen wirkte sein Liebeslied „The Road that Leads to You“. Auch die innovative Bearbeitung eines alten taiwanesischen Stücks mit dem Titel „The Girl at the Harbour“ beeindruckte.

Den unzweifelhaften Höhepunkt des Abends bot das abschließende Zusammenspiel der vier Künstler. Während zunächst Peter Finger die zentrale Klanglinie vorgab, wechselte die Initiative zusehends zwischen den Beteiligten. Der so entstehende hochdynamische Klangteppich sorgte immer wieder für spontan aufbrandenden Applaus. Mit einer sehr freien, variantenreichen Interpretation des Songs „Sunny“ von Bobby Hebb fand ein von großer musikalischer Intensität geprägter Abend seinen gelungenen Abschluss.