Serie zum NOZ-Blätterwald Historische Ausstellung im Park in Bramsche-Engter

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Um das Jahr 1410 entstand dieses Bild des verschlossenen Gartens (hortus conclusus), dessen Üppigkeit die Vorstellung des Paradieses als Garten transportiert. Foto: Julia KuhlmannUm das Jahr 1410 entstand dieses Bild des verschlossenen Gartens (hortus conclusus), dessen Üppigkeit die Vorstellung des Paradieses als Garten transportiert. Foto: Julia Kuhlmann

Bramsche. Was ist eigentlich unberührte Natur, Landschaft, die nicht von Menschen gestaltet wurde? Karsten Igel, promovierter Historiker, Baumschul-Inhaber und Inhaber der Pflanzfläche für den NOZ-Blätterwald , hat darauf eine klare Antwort: „Wir haben hier eine Kulturlandschaft, die gesamte Landschaft ist von Menschen geformt.“ Mit einer Ausstellung im Park der Firma Igel Gartenkultur widmet er sich diesem Thema.

Am Beispiel des Osnabrücker Landes geht die Ausstellung menschlichem Wirken seit dem Mittelalter nach, das aus der Landschaft eine ausgeprägte Kulturlandschaft gemacht hat. Historische Karten prangen großformatig zwischen Bäumen und Beeten, die ihnen im Herbstgewand einen bunten Rahmen geben. Infotafeln erläutern die historischen Hintergründe. Der Wald und seine Nutzung ist ein großes Thema der Ausstellung . Die Karten zeigen die landschaftliche Gestalt des Osnabrücker Landes vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. Ein Höhepunkt der Ausstellung ist die erste genauere Karte des Osnabrücker Landes, die 1628 gedruckt wurde. Gut zu erkennen ist, dass das Osnabrücker Land vor zwei Jahrhunderten nur ganz wenig Wald hatte, sondern von großen Heideflächen bedeckt wurde. Sie zeugen von menschlicher Übernutzung der Landschaft seit dem Mittelalter. Plaggenwirtschaft und Schafhaltung haben dafür gesorgt, dass zu dieser Zeit nicht viel Wald entstand.

Erst in der Romantik gewann der Wald seine fast mythische Bedeutung. Seit dem frühen 18. Jahrhundert wurden große Flächen aufgeforstet. Das neue Holz der Heger Laischaft sowie Anpflanzungen der Natruper Laischaft in Osnabrück datieren in diese Zeit und prägen bis heute die Landschaft. Der Blick auf die bäuerlich geprägte Landschaft um den 1416 erstmals erwähnten Hof Igel offenbaren, wie viel von der historischen Kulturlandschaft noch heute fortlebt. Eine echte Überraschung erlebte Igel, als er im Jahr 2011 entschied, Gärtnerisches und Historisches mit einer Ausstellung unter freiem Himmel im Park zusammenzubringen. Bei der Suche nach etwas völlig anderem stieß er auf die Verkaufsurkunde des Hofes Igel aus dem Jahr 1416. Der Hof hatte damals aus der Hand einer Iburger Burgmannsfamilie in die Hand der Familie von Bar gewechselt.

„Wir wollten 2013 eigentlich das 555-jährige Bestehen des Hofes feiern und waren schlagartig noch mal gut 40 Jahre gealtert“, blickt Igel zurück und muss angesichts dieses historischen Zufallsfundes immer noch lachen.

Das Hofjubiläum musste bis zum 600-jährigen im Jahr 2016 verschoben werden, eine Ausstellung sollte es aber dennoch geben. Sie wird – wenn nicht bis zum Pflanzfest für den NOZ-Blätterwald Stürme das Osnabrücker Land heimsuchen – weiter bei freiem Eintritt zu sehen sein.

Vier der gezeigten Karten gibt es auch als Poster, die für fünf Euro zugunsten des Historischen Vereins von Osnabrück erworben werden können. Unter den Karten ist eine frühe Ansicht der Stadt Osnabrück von 1697 und frühe Karte der Osnabrücker Feldmark aus den Jahren um 1600.


NOZ-Blätterwald: Am 1. Advent (Sonntag, 30. November) wird in Bramsche-Engter an der Straße Im Fuhldiek eine ehemalige Nadelholz-Monokultur zum Laubmischwald aufgeforstet. Der Umweltschutzverein Trinkwasserwald wird dabei von den Tageszeitungen der NOZ Medien in Stadt und Landkreis Osnabrück unterstützt sowie von Firmen und Institutionen der Region . Viele Leser haben zudem Patenschaften für Bäume übernommen. Wer liebe Menschen mit Baumpatenschaften beschenken möchte, kann in den Geschäftsstellen unserer Zeitung Patenschafts-Urkunden bekommen. Das Pflanzfest findet von 12 bis 15 Uhr statt. Eine Karte für den Weg zur Pflanzfläche in Engter finden Sie hier (bitte ein bisschen herunterscrollen).

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