Osnabrücker Studienwerk für Muslime Bundespräsident empfängt erste Avicenna-Stipendiaten

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Osnabrück. Bundespräsident Joachim Gauck hat in Bonn die beiden Religionswissenschaftler der Universität Osnabrück, Bülent Uçar und Rauf Ceylan, empfangen. Anlass war der offizielle Start des in Osnabrück beheimateten muslimischen Studienwerks Avicenna. Begleitet wurden die Professoren von den ersten Stipendiaten.

In seiner Rede hob der Bundespräsident die besondere Bedeutung dieser Förderung für junge Muslime hervor. Das Studienwerk habe in ihm einen starken Unterstützer gefunden und sei ein Spiegelbild der Einwanderungsgesellschaft, wird Gauck in einer Mitteilung der Universität Osnabrück zitiert.

Präsident der Muslime

Prof. Dr. Uçar als Vorsitzender des Studienwerks bedankte sich für den Empfang in der Villa Hammerschmidt und für die Unterstützung durch das Staatsoberhaupt. Dies sei ein wichtiges Signal in Richtung der deutschen Muslime. Der Empfang zeige die Wertschätzung und bezeuge zudem, dass Gauck auch der Bundespräsident der vier Millionen Muslime in Deutschland sei.

Das vor zweieinhalb Jahren gegründete Avicenna-Studienwerk hat 2014 laut Universität zum ersten Mal „leistungsstarke und sozial engagierte“ muslimische Studenten und Doktoranden als Stipendiaten aufgenommen. Laut Uçar handelt es sich um „Talente aus den verschiedensten Disziplinen und Hochschulstandorten“. Es seien „Bildungsaufsteiger, auf deren Potenzial diese Gesellschaft hoffen darf“. Knapp zwei Drittel der 65 Auserwählten sind Frauen. Dem Verein lagen 600 Bewerbungen vor.

Das muslimische Avicenna-Studienwerk ist das jüngste der 13 staatlich geförderten Begabtenförderungswerke in Deutschland. Erst vor wenigen Tagen hatte Prof. Dr. Ceylan, der auch im Avicenna-Vorstand sitzt, in einem Gespräch mit unserer Redaktion gesagt: „Immer mehr junge Muslime absolvieren eine gute Schulausbildung. Sie gilt es zu fördern, damit sie den Weg an die Universitäten finden.“

Vierte Weltreligion repräsentiert

Bis 2018 stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung etwa zehn Millionen Euro für die Stipendien des Avicenna-Studienwerks zur Verfügung. Die Stiftung Mercator (Essen) unterstützt das Werk in der Aufbauphase mit einer Million Euro. Mit dem muslimischen Avicenna-Studienwerk wird neben dem katholischen Cusanuswerk, dem jüdischen Ernst-Ludwig-Ehrlich-Studienwerk und dem Evangelischen Studienwerk Villigst eine weitere große Weltreligion repräsentiert.

Avicenna-Stipendiaten erhalten bis zu 670 Euro und eine Studienkostenpauschale in Höhe von 300 Euro monatlich. Promovierende bekommen 1150 Euro im Monat. Bewerber müssen bestimmte formale Voraussetzungen erfüllen, etwa hinsichtlich Konfession und Staatsangehörigkeit sowie der verbleibenden Regelstudienzeit bzw. Promotionsdauer. Von ihnen werden zudem überdurchschnittliche schulische oder akademische Leistungen erwartet, außerdem soziales Engagement. Das Avicenna-Studienwerk plant zum Wintersemester 2015/16 weitere 80 Stipendien zu vergeben. Die Ausschreibung erfolgt im Frühjahr 2015.


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