Osnabrückerin ist empört Vandalen verwüsten Gedenkstätte für „Abseits!?“-Verkäufer

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Osnabrück. Vandalen haben in der Nacht zu Donnerstag eine Gedenkstätte für einen kürzlich gestorbenen Verkäufer des Osnabrücker Straßenmagazins „Abseits!?“ zerstört. Eine Osnabrückerin richtete sie wieder her – und ist empört.

Am 10. November starb der langjährige Abseits-Verkäufer im Alter von 71 Jahren. An seinem Platz am Domhof zwischen Dom und Rathaus erinnern Blumensträuße und Kerzen an den Mann, der vor seinem Tod darum gebeten hatte, keine öffentliche Aufmerksamkeit nach seinem Tod haben zu wollen. Deswegen bleibt er hier namentlich ungenannt. Doch nun haben Vandalen die Gedenkstätte verwüstet, Blumen und Kerzen offenbar durch die Gegend getreten.

„Es hat mich berührt“

Um 4.30 Uhr am Donnerstagmorgen entdeckte Veronica Reuter die Verwüstung. „Alles lag durcheinander, Kerzen und Blumen lagen verstreut“, berichtet die Zeitungszustellerin unserer Redaktion. Sie packte die Blumen zurück in die Töpfe, stellte Kerzen wieder auf. Zurück bleiben Scherben und verspritztes Wachs. „Es hat mich berührt, denn so etwas macht man einfach nicht“, sagt Reuter merkbar erregt über den Vorfall.

Den Verkäufer habe sie nicht gekannt; doch den Erinnerungsort hätte sie für jeden wieder hergerichtet. „Wie kann man nur so gemein und unverschämt sein? Wie würdet ihr das finden, wenn jemand so was bei den Gräbern oder Gedenkstätten eurer Freunde oder Verwandten macht?“, wendet sich Reuter in der Facebook-Gruppe „Was los in Osnabrück“ an die Täter. In dem sozialen Netzwerk hätten viele Menschen traurig auf den Tod des 71-Jährigen reagiert. „Er war wohl ein sehr außergewöhnlicher Mensch“, vermutet Reuter.

„Der war immer so nett“

Rund 18 Jahre stand der „Abseits!?“-Verkäufer an seiner Ecke und zählte viele Stammkunden. Insbesondere an kalten Tagen bekam er auch mal eine Bratwurst oder einen Kaffee geschenkt. „Ach, der war immer so nett“, sagt eine Passantin zu ihrer Begleitung, als sie am Donnerstagvormittag am einstigen Stammplatz des Abseits-Verkäufers vorbeikommt.

Reuter hofft nun, dass sie den Erinnerungsort kein zweites Mal wieder herrichten muss.


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