An Zielgruppe vorbei Jugendparlament Osnabrück kritisiert Jugendkulturtage

Von David Hausfeld

Überschaubarer Teilnehmerkreis: Zu einem Comic-Workshop der Jugendkulturtage erschienen Ende Oktober genau zwei Teilnehmer: Annett (13, links) begleitete ihre comicbegeisterte Freundin Sina (15). Foto: Archiv/Claudia SarrazinÜberschaubarer Teilnehmerkreis: Zu einem Comic-Workshop der Jugendkulturtage erschienen Ende Oktober genau zwei Teilnehmer: Annett (13, links) begleitete ihre comicbegeisterte Freundin Sina (15). Foto: Archiv/Claudia Sarrazin

Osnabrück. Zu seiner 13. Sitzung traf sich das Jugendparlament Osnabrück jetzt im Haus der Jugend. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Einführung einer Tagungspauschale und ein Rückblick auf die Jugendkulturtage. Letztere sehen die jungen Parlamentarier als verbesserungswürdig an.

„Viele Jugendliche finden sich in den Angeboten nicht wieder“, findet Emma Möhlenkamp vom Jugendparlament. Auf Nachfrage unserer Redaktion schilderten viele der 24 anwesenden Sitzungsteilnehmer eine ähnliche Erfahrung mit den vom Verein Fokus organisierten Veranstaltungen. Problem sei weniger ein fehlendes, sondern ein falsches Angebot: Viele Events seien eher auf Erwachsene ausgerichtet und nicht auf Jugendliche, finden die Parlamentsmitglieder.

Es sei auffällig, dass viele Veranstaltungen nur wenig oder gar nicht besucht würden. Jedoch sehen nicht alle Jungpolitiker den Fehler im Angebot: „Es wurde nicht genug informiert, was angeboten wird und wer die Angebote macht“, sagte Matthias Pfeffer. Auf der „Freiraum-Meile“ in der Redlingerstraße habe er viele gelungene Aktivitäten entdeckt.

„Das Angebot war gut“, findet auch sein Sitznachbar Nick Seidel, „aber es müssen genug Flyer in den Schulen liegen und von den Schülern gelesen werden, nicht im Müll landen“. Viele Mitglieder klagten außerdem über zu wenig Zeit zwischen Schule, Hausaufgaben und Hobbys, um aktiv an den Angeboten teilnehmen zu können.

Das Jugendparlament war mit einem eigenen Stand auf den Jugendkulturtagen vertreten. Der Eindruck hier: „Viele Leute zeigen erst Interesse, wenn sie angesprochen werden“, führte Emma an, aktiv teilnehmen würden dann aber vor allem „ältere“ Menschen. Präsentiert wurden die Ergebnisse der Umfrage, die am Stand unter der Leitfrage „Wofür sollte sich das Jugendparlament einsetzen?“ durchgeführt wurde. Vor allem die Themen „Zu wenig Fahrradwege“ und „Zu teure Busfahrkarten“ scheinen die jungen Bürger zu bewegen.

Stadtbezogene Wünsche und Anregungen sollen in den einzelnen Ausschüssen diskutiert werden, kündigte Max Assmann, der Vorsitzende des Jugendparlaments, an, betonte aber, dass nicht alle Anliegen auch in den Zuständigkeitsbereich des Parlaments fallen. Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die mögliche Einführung einer „Tagungspauschale“ für die Teilnahme an den Sitzungen des Jugendparlaments. Aktive Mitglieder sollen, sofern sie an einer Sitzung des Parlaments teilnehmen, einen Pauschalbetrag von fünf Euro erhalten, um so beispielsweise Buskosten zu decken. Bezahlt werden soll in bar und nur an die in der Sitzung anwesenden Mitglieder. Der Betrag sei weniger als Lockmittel, sondern als Aufwandsentschädigung zu sehen, kündigte Assmann an. Der Vorschlag wurde mit 22 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen angenommen.

Mit Maik Pohlmeyer, Melina-Sophie Müller, Marcel Strauß und Marlena Kersting begrüßte Assmann vier neue Mitglieder in der Runde. Klagte der Vorstand in der Vergangenheit noch über eine ausbaufähige Teilnahmefrequenz, war das Parlament mit 24 von 33 Mitgliedern in seiner 13. Sitzung gut besucht.