Osnabrücker Projektsommer Schüler erforschte Handynutzung am Ratsgymnasium

Von David Hausfeld

Die Handynutzung seiner Mitschüler, untersuchte der Siebtklässler Friedrich Amelingmeyer während der Osnabrücker Projektsommer des Ratsgymnasiums. Seine Forschung ist eines von 19 selbst gewählten Projekten. Foto: Gert WestdörpDie Handynutzung seiner Mitschüler, untersuchte der Siebtklässler Friedrich Amelingmeyer während der Osnabrücker Projektsommer des Ratsgymnasiums. Seine Forschung ist eines von 19 selbst gewählten Projekten. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Handynutzung an Schulen – für Eltern und Lehrer oft ein heiß diskutiertes Thema. Der Schüler Friedrich Amelingmeyer des Ratsgymnasiums hat sich im Rahmen des Osnabrücker Projektsommers dieser umstrittenen Angelegenheit angenommen und seine Schulkameraden nach ihren Nutzungsgewohnheiten gefragt.

„Wie viel Handy habt ihr – wie viel Handy braucht ihr?“, lautete die Überschrift des Fragebogens, den der Siebtklässler unter allen Schülern der fünften bis siebten Klassen des Ratsgymnasiums verteilt hat. Mit 340 ausgefüllten Fragebögen von insgesamt 381 Schülern liefert die Datenerhebung einen umfassenden und durchaus repräsentativen Einblick in das Nutzungsverhalten der jungen Gymnasiasten.

Bereits das erste Frageergebnis deutet an, wohin die Reise geht: Von den 340 Befragten besitzen 328, also knapp 96,5 Prozent, ein Handy. Dabei ist schon bei nahezu allen Fünftklässlern das mobile Telefon nicht mehr wegzudenken. Bei fast allen Handys handelt es sich um Smartphones. Vor allem der Hersteller Samsung steht hoch im Kurs. Allerdings gaben 178 der Befragten an, gerne ein „besseres Gerät“ zu besitzen.

Interessant, aber in Zeiten von mobilem Internet und dem Chatprogramm Whatsapp wenig verwunderlich: Chatten ist die Kommunikationsform Nummer eins und Telefonieren längst zur Nebensache geworden. „Telefonieren funktioniert nicht mit mehreren Personen auf einmal“, vermutet Friedrich als Grund hinter dem Ergebnis, bei Whatsapp gebe es Sprachnachrichten und Chat-Konferenzen.

Jährlich gestalten besonders begabte und engagierte Schüler des Ratsgymnasiums im Osnabrücker Projektsommer freiwillig Projekte und Forschungen zu selbst gewählten Themen. Ob Kinderrechte in Indien, moderne Raumfahrttriebwerke, Laserstrahlen oder chemische Elemente – insgesamt 19 Jugendliche haben in diesem Jahr einen eigenen Forschungsgegenstand entwickelt.

„Für die Schüler ist das eine große Leistung“, weiß Robert Stutzenstein, Lehrer am Ratsgymnasium, „sie müssen sich selber motivieren und am Ball bleiben“. Der Projektzeitraum erstreckt sich von März bis November – für die Schüler eine lange Zeit. Zusammen mit seiner Kollegin Sylvia Janßen betreut er den Projektsommer.

Die Kooperation mit den beiden Hochschulen gewährleistet außerdem die Unterstützung von Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft. Bei Friedrich Amelingmeyer war es beispielsweise die Kommunikationswissenschaftlerin Dagmar Schütte von der Hochschule Osnabrück (Standort Lingen), die dem Jungen bei der empirischen Forschung zur Seite stand.

Eine Zeit, in der die Menschen ohne Handy auskommen mussten, kann sich der Gymnasiast übrigens nur schwer vorstellen. Eine Woche ohne Handy sei aber mit Sicherheit ein „spannendes Experiment“. Einer Zukunft als Sozialwissenschaftler oder Marktforscher sieht der Siebtklässler jedoch skeptisch entgegen: „Das könnte ich mir vorstellen, aber nur, wenn das Thema mich wirklich interessiert.“

Die Ergebnisse aller 19 Projekte werden am Freitag, 28. November, im European Legal Studies Institute der Uni an der Süsterstraße 28 um 17 Uhr öffentlich vorgestellt.