Zustimmung trotz Skepsis Osnabrücker Rat diskutiert Thermografiebefliegung

Von Dietmar Kröger

Thermografie-Aufnahme von Arnsberg. Foto: Stadt ArnsbergThermografie-Aufnahme von Arnsberg. Foto: Stadt Arnsberg

Osnabrück. Nun müsse er doch ein wenig Wasser in den Wein gießen und die allgemeine Euphorie bremsen, begann der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion, Fritz Brickwedde, seine Stellungnahme zum Thema „Thermografiebefliegung“.

„In der Stadt müssen wir unser Hauptaugenmerk auf die Energieeinsparung legen“, so Brickwedde. Sich um den Bereich energetische Sanierung im Baubestand zu kümmern, sei daher folgerichtig. Eine Befliegung mit dem Ziel, Hausbesitzern aufzeigen zu können, wo denn ihre Immobilie Schwachpunkte habe, sei eine sinnvolle Maßnahme. Aber, so Brickwedde weiter, die Gebäudesanierungsrate damit auf drei Prozent pro Jahr heraufsetzen zu wollen, sei kein „reales Ziel“. Bundesweit liege die Quote bei etwas über ein Prozent. „Wir bemühen uns seit Jahren auf zwei Prozent zu kommen.“

Als einen Hemmschuh nannte Brickwedde unter anderem, dass das Handwerk gar nicht über ausreichend Kapazitäten verfüge, um energetische Sanierungen in diesem Umfang durchzuführen. Außerdem ließen die Aufnahmen keinen direkten Rückschluss auf die Dämmung zu. Das Thema sei komplex. „Dafür braucht man Fachleute“, so der Christdemokrat. Gleichwohl werde seine Fraktion für die Befliegung stimmen, denn „auch wenn wir nur kleine Fortschritte machen, dann ist das auch schon etwas.“

Volker Bajus von den Grünen sieht in der Befliegung „gut angelegtes Geld“, ebenso wie Heiko Panzer (SPD), der seine Ratskollegen aufforderte: „Lassen Sie uns das machen.“ Eine Aufforderung, die nicht überall auf fruchtbaren Boden fiel. Die FDP verweigerte dem Tagesordnungspunkt ebenso ihre Zustimmung wie auch UWG und Piraten. „Das ist nicht unsere Aufgabe“, Maria-Theresia Sliwka für die Liberalen.

UWG und Piraten scheiterten mit ihrem Antrag, die Befliegung zwar durchführen zu lassen, aber weder die Beratung noch die Kosten für die Flüge zu übernehmen. Hierfür sollten externe Projektpartner gefunden werden. „Wir wollen die städtische Belastung so gering wie möglich halten“, so Ralf ter Veer von den Piraten. Zählgemeinschaft und CDU lehnten den Änderungsantrag ab und stimmten der Verwaltungsvorlage zu.