Wenn der Spaß aufhört Vortrag zum Thema Cybermobbing

Von Kathrin Pohlmann

Für viele Schüler ist Cybermobbing ein Martyrium. Foto: dpaFür viele Schüler ist Cybermobbing ein Martyrium. Foto: dpa

Osnabrück. Soziale Medien sind aus dem Alltag von Schülern nicht wegzudenken. Ob Facebook, Whats-App, Instagram und Co – über das Smartphone werden diese Apps permanent bedient. Doch nicht immer erfolgt die Nutzung dabei problemlos.

Denn schnell ist eine Nachricht mit beleidigendem Inhalt in die Tasten getippt oder ein anzügliches Bild verschickt. Stephan Apel, Medienpädagoge und spezialisiert auf Neue Medien und Internetthemen rund um Jugendliche, ging bei der Klasse-Auftaktveranstaltung auf genau diese Problematik ein. „Sexting ist, wenn Menschen Bilder in erotischer Position über soziale Medien weitergeben“, erklärte er. So meldete sich gleich eine Lehrerin zu Wort, die vor Kurzem so einen Fall erlebt hatte. „Was genau soll ich da tun?“, fragte sie. In so einem Fall solle man die entsprechende Person sofort auffordern, die Bilder zu löschen. „Wenden Sie sich an Google, Twitter oder Facebook und versuchen Sie auch dort, die Bilder von den Unternehmen entfernen zu lassen“, rät der Experte.

Häufig ist es schwierig für die betroffenen Schüler, sich einer Person anzuvertrauen , weil es ihnen peinlich ist, dass Nacktbilder von ihnen im Netz die Runde machen. „Bei konkretem Mobbing muss man weitere Schritte einleiten und sich direkt an die Polizei wenden“, sagte der 62-Jährige.

Zu diesem Thema hat die Universität Münster im vergangenen Jahr eine Studie veröffentlicht. So hat ein Drittel der befragten Schüler Erfahrung mit Cybermobbing gemacht. Das Spektrum reicht dabei von beleidigenden Mails über das Hochladen von peinlichen Videos auf Youtube bis hin zum Online-Pranger über Facebook. Über die sozialen Netzwerke werden die Bilder und das Videomaterial rasend schnell verbreitet. Häufig ist die Ursache Rache. So fühlt sich der Täter oft vom Opfer verletzt und will sich so durch den virtuellen Raum rächen. Die Studie zeigt aber auch, dass eine klare Unterscheidung zwischen Tätern und Opfern nicht immer möglich ist. Viele Jugendliche berichten, dass sie selbst Opfer wurden, gleichzeitig aber auch andere über das Internet gemobbt haben. „Man muss auf alle Fälle aktiv werden, wenn man etwas von Cybermobbing erfährt“, sagt Apel. Denn für die betroffenen Schüler ist das häufig ein Martyrium. „Die Schule zu wechseln bringt nichts, sie können das Netz nicht einfach ausstellen.“ Apel rät, sich gegebenenfalls professionelle Hilfe zu holen.