Luftbilder für den Klimaschutz Ganz Osnabrück mit der Wärmebildkamera im Blick

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Rote Flächen: deuten auf Wärmeverluste hin: Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (rechts) und Stadtwerke-Vorstand Manfred Hülsmann demonstrierten das Thermografieverfahren mit einer Karte aus Darmstadt. Foto: Elvira PartonRote Flächen: deuten auf Wärmeverluste hin: Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (rechts) und Stadtwerke-Vorstand Manfred Hülsmann demonstrierten das Thermografieverfahren mit einer Karte aus Darmstadt. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Mit Luftbildern aus der Wärmebildkamera will die Stadt den Klimaschutz voranbringen. Hauseigentümer aus Osnabrück können demnächst auf den bunten Fotos nach Schwachstellen in ihrer Energiebilanz Ausschau halten. Dazu bieten die Stadtwerke eine umfassende Beratung an.

Voraussichtlich im Januar oder Februar wird das Flugzeug mit der Wärmebildkamera in die Luft gehen. Es muss kalt sein, es darf kein Schnee auf den Dächern liegen, kein Regen fallen und kein Wind wehen. Geflogen wird nachts, und die Stadt wird vorher ihre Bürger aufrufen, die obersten Geschosse zu beheizen, um aussagekräftige Ergebnisse zu bekommen.

Von der Thermografiebefliegung verspricht sich Oberbürgermeister Wolfgang Griesert eine größere Aufmerksamkeit für die Notwendigkeit, Wärmeverluste in Wohnhäusern zu minimieren. Das sei einer der wichtigsten Schritte für den Masterplan „100 Prozent Klimaschutz“ , erklärte der OB am Dienstag in einem Pressegespräch.

Etwa 40 Prozent des CO2-Ausstoßes in Osnabrück gehe auf das Konto der Raumwärme, rechnete Detlef Gerdts, der Leiter des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz vor. Pro Jahr werde im Schnitt aber nur eines von 100 Wohnhäusern energetisch optimiert. Das sei entschieden zu wenig, vermerkte Gerdts, denn so vergingen 100 Jahre, bis der Altbaubestand saniert sei. Deshalb habe sich die Stadt das Ziel gesetzt, dass jedes Jahr drei Prozent der Häuser auf einen modernen Wärmestandard umgerüstet werden.

Das kann nur gelingen, wenn die Eigentümer mitziehen. Deshalb hat die Stadt den Verein Haus und Grund ins Boot geholt. Es gebe eine große Bereitschaft für werterhaltende Investitionen, konstatierte Haus-und-Grund-Geschäftsführer Christian Biemann. Vielen Eigentümern fehle aber die Kenntnis, sich im Dschungel der technischen Varianten und der Fördermöglichkeiten zurechtzufinden.

An dieser Stelle wollen die Stadtwerke für Orientierung sorgen. Vorstand Manfred Hülsmann kündigte kostenlose Beratungsgespräche im Kundenzentrum am Nikolaiort und Informationsveranstaltungen an, um den Rahmen für individuelle Lösungen abzustecken.

Flächendeckende Thermografieaufnahmen aus der Luft hat es schon in Essen, Bocholt und Arnsberg gegeben. Dabei wurden die Fotos zugeschnitten und nur den jeweiligen Hauseigentümern zur Verfügung gestellt – ein hoher personeller Aufwand, der die Kosten erhöht. Osnabrück ist nach Auskunft von Fachbereichsleiter Gerdts die erste Stadt, die die Daten ins Internet stellt. Wer eine Veröffentlichung der Thermografieaufnahmen von seinem Haus ablehnt, kann sich per Brief oder Mail an den Fachbereich Umwelt der Stadt wenden (umwelt@osnabrueck.de). Das Gebäude wird dann als weiße Fläche dargestellt. Diesem Verfahren habe auch der Landesdatenschutzbeauftragte zugestimmt, teilte Gerdts im Pressegespräch mit.

Für die Thermografiebefliegung veranschlagen die Fachleute Kosten in Höhe von 75000 Euro. Den größeren Teil davon übernimmt die Stadt, ein Drittel tragen die Stadtwerke. Der Rat hat am Dienstagabend mit großer Mehrheit zugestimmt.


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