Übergriff auf Studentin in Disco Osnabrücker wegen sexueller Nötigung verurteilt

Von Klaus Möllers

Ein 26-jähriger Osnabrücker ist vom Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Symbolfoto: Michael GründellEin 26-jähriger Osnabrücker ist vom Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Symbolfoto: Michael Gründell

Osnabrück. Ein 26-jähriger Osnabrücker ist wegen sexueller Nötigung in einer Diskothek und Beleidigung von Polizeibeamten zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten verurteilt worden.

Aus ihrer Angst war das Opfer, eine 19-jährige Studentin, in der Tatnacht erst erlöst worden, als ein Türsteher auf der Damentoilette der Diskothek einschritt und den Übergriff auf sie beendete. Ein Mann – nach Aussagen der 19-Jährigen und des Türstehers war es der Angeklagte – hatte ihr nachgestellt und sie gegrapscht. Sie war bis in die Toilettenräume zurückgewichen und dort auf ihren Stöckelschuhen ausgerutscht, woraufhin der Täter sie nicht wieder aufstehen ließ und die auf dem Boden Liegende immer heftiger bedrängte.

Der Angeklagte bestritt während der Verhandlung vor dem Amtsgericht Osnabrück die Vorwürfe – er sei es nicht gewesen. Er berief sich darauf, dass an diesem Abend auch andere dunkelhäutige Männer in dem Tanzlokal gewesen seien – mit einem von ihnen sei er offenbar verwechselt worden.

Als er auf der Polizeiwache verhört wurde, habe er sich „in seiner Ehre herabgesetzt“ gefühlt. Es fielen die Schimpfwörter „Schweine“, „Rassisten“ und „Nazis“. Deshalb die Verurteilung wegen Beleidigung. Die Polizisten beschrieben den 26-Jährigen für den Zeitpunkt der Festnahme als „alkoholisiert und sehr aggressiv“. Der Angeklagte wiederum erklärte, er sei von den Polizisten grundlos in den Schwitzkasten genommen und zu Boden gerungen worden.

In der Diskothek sei er durchaus gewesen, räumte der 26-Jährige ein. Aber „nur für ein Getränk“ und rund eine Stunde lang. Die Studentin habe er noch nie gesehen. Das nahm ihm die Staatsanwaltschaft allerdings nicht ab. Sie forderte ein Jahr und sieben Monate Freiheitsstrafe zur Bewährung. Die Verteidigerin des Mannes plädierte auf Freispruch, weil die Schuld ihres Mandanten nicht erwiesen sei.

Das Gericht allerdings glaubte nicht an die Geschichte von der Verwechslung mit einem anderen Gast der Disco und verurteilte den Osnabrücker wegen sexueller Nötigung und Beleidigung. Als Bewährungsauflagen muss der junge Mann 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und außerdem 1500 Euro Schmerzensgeld an die junge Frau bezahlen.