Osnabrücker Musikverein Start in die Konzert-Wintersaison

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Osnabrück. Ein Streicherleben wird nicht allein durch Orchesterspiel erfüllt. Dennoch staunt man, wie rasch sich Michal Majersky (1. Violine), Franziska Hahn (2. Violine), Wilfried Jochemczyk (Viola) und Katrin Inbal (Violoncello) zum homogen klingenden Streichquartett wandeln. Ob es an den Werken liegt, die sie vortragen, beim 1. Konzert des Osnabrücker Musikvereins in der Wintersaison?

Antonin Dvoraks Streichquartett „Zypressen“ sind zwölf Quartettlieder ohne Worte, basierend auf 16 Klavierliedern, die der junge Komponist einer verehrten Klavierschülerin gewidmet und in reiferen Jahren zu Quartettsätzen umgearbeitet hatte. Im ersten und fünften Stück singt die Bratsche seelenvoll, wogegen der sechste Satz an slawische Tänze erinnert. Einzelheiten zur Werkgeschichte trägt in geschliffenen Worten Hans Christian Schmidt-Banse, Universität Osnabrück, bei.

Noch wichtiger werden seine Erläuterungen zu Leos Janazceks 2. Streichquartett „Intime Briefe“. Durch dessen vier Sätze verläuft die Spur konstanter Erregung eines 70-jährigen Komponisten, der sich in eine 30 Jahre jüngere Frau verliebt hatte. Tschechische Volksliedmotive und Tänze erklingen in freitonaler Ummäntelung. Beim Moderato, einem thematisch nicht überladenen Satz, läuft das Quartett zu Hochform auf.


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