Osnabrücker psychiatrische Klinik Ameos-Leitung erleichtert über vorläufiges Streik-Ende

Von Ulrike Schmidt

Beim Pressegespräch (v.l.): Pflegedirektor Manfred Timm, Ärztlicher Direktor Dr. Bernhard Croissant, Michael Dieckmann vom Ameos-Vorstand, Hans-Werner Kuska, Regionalgeschäftsführer Ameos Niedersachsen, Krankenhausdirektor Matthias Meier. Foto: Michael GründelBeim Pressegespräch (v.l.): Pflegedirektor Manfred Timm, Ärztlicher Direktor Dr. Bernhard Croissant, Michael Dieckmann vom Ameos-Vorstand, Hans-Werner Kuska, Regionalgeschäftsführer Ameos Niedersachsen, Krankenhausdirektor Matthias Meier. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Erleichtert über das vorläufige Ende des Streiks zeigten sich am Montagnachmittag die Leitung des Ameos-Klinikums Osnabrück und Michael Dieckmann vom Vorstand des Schweizer Konzerns.

Nach sieben Wochen Erzwingungsstreik hat Ameos mit Verdi und der Gesundheitsgewerkschaft Niedersachsen für den Dienstag das erste Gespräch seit Monaten vereinbart. Um die Gespräche nicht zu belasten, hat Verdi den Streik vorübergehend ausgesetzt.

Für den „holperigen Start“ seien gegen das Ameos-Klinikum Hildesheim erhobene Vorwürfe verantwortlich, sagte Dieckmann. Osnabrück sei in diesen Streit hineingeraten, weil die Tarifverhandlungen für beide Häuser gemeinsam von Ameos Niedersachsen geführt werden. Die Vorwürfe seien entkräftet, Verdi habe bei der Verhandlungsführung Entgegenkommen gezeigt, sodass mehr als ein Jahr nach Kündigung des Tarifvertrages die Verhandlungen beginnen könnten. Über die Dauer der Verhandlungen wollte sich Dieckmann nicht äußern.

Ein Ende des Streiks sei auch deshalb wichtig geworden, weil bei einem längeren Ausstand ein Krankenhaus, erst recht eine psychiatrische Einrichtung, nicht mehr verlässlich sein könne. Nun könnten sich die Mitarbeiter wieder auf ihre Arbeit konzentrieren, denn: „Die Patienten müssen das Gefühl haben, im Mittelpunkt zu stehen.“

Gerüchte über einen Verkauf des Osnabrücker Hauses entbehrten jeder Grundlage, versicherte Dieckmann: „Wir haben ein Motto – einmal Ameos, immer Ameos.“ Zu den Vorwürfen, die Auszubildenden nicht zu übernehmen, sagte Dieckmann, Ameos bilde über Bedarf aus und könne deshalb Azubis nur auf frei werdenden Stellen übernehmen. In diesem Jahr seien es 15 gewesen.

Pflegedirektor Manfred Timm ergänzte, dass nicht 100, sondern bis zu 35 studentische Hilfskräfte am Ameos tätig seien. Sie würden hauptsächlich als Sitzwachen angefordert und seien in der Regel äußerst qualifiziert, weil sie zum Teil eine Ausbildung im Haus gemacht hätten.

Der Ärztliche Direktor Dr. Bernhard Croissant teilte mit, dass während des Streiks der Vorschlag an das Haus herangetragen worden sei, künftig auch Essstörungen zu behandeln. „Wir wären der erste und einzige Anbieter in der Region“, sagte Croissant. Patienten könnten dann wohnortnah versorgt werden.

Er habe dieses Anliegen schon während des Streiks vertrauensvoll mit den Mitarbeitern erörtert und wertet das als gutes Miteinander von Klinikleitung und Beschäftigten.