Abschied vom Natruper Holz Klinikum Osnabrück siedelt 61 Geriatrie-Patienten um

Von Regine Hoffmeister


Osnabrück. Wie am Schnürchen lief der Umzug von 61 Patienten aus der Klinik für Geriatrie und Palliativmedizin am Natruper Holz ins neue Zentrum für Geriatrie und Frührehabilitation (ZGF) direkt am Klinikum Osnabrück. Schon am Samstagmittag waren fast alle wohlbehalten im neuen Haus am Finkenhügel angekommen. Auch wenn dort noch Putzkolonnen und Handwerker zwischen den Umzugskisten wirbelten.

Jeder Patient aus der alten Geriatrie-Klinik bekam für den Umzug ein Schild umgehängt. Darauf war genau vermerkt, wie der Transport vonstatten gehen sollte. Die meisten konnten den Sammelbus nehmen, der im Viertelstunden-Takt vom Natruper Holz zum Klinikum fuhr. Andere, insbesondere Palliativpatienten, wurden mit dem Krankenwagen in das vor zwei Monaten eröffnete ZGF gebracht. „Für die Schwerstkranken ist dieser Umzug natürlich eine Belastung“, sagte Chefarzt Dieter Lüttje. Deswegen wurde versucht, ihnen den Transport so angenehm wie möglich zu machen.

Wege sparen

Der große Vorteil des ZGF sei die Nähe zu den diagnostischen Abteilungen des Klinikums, erklärte Lüttje. Die Patienten müssen für Untersuchungen oder Operationen jetzt nicht mehr aufwendig mittels Krankentransport ins Haupthaus gebracht werden. Umgekehrt brauchen Patienten aus dem Bereich Frührehabilitation nicht mehr in die Klinik am Natruper Holz gefahren zu werden.

Peter Paulenz (75) aus Georgsmarienhütte war einer jener Geriatrie-Patienten, die mit dem Bus ins ZGF gebracht wurden. „Eigentlich sollte ich diese Woche entlassen werden“, berichtete er. Doch nach einer Reihe von schweren Operationen hielten es die Ärzte für sicherer, ihn noch einige Zeit zur Beobachtung da zu behalten.

Blumen zur Begrüßung

„Der Umzug ist wunderbar organisiert“, staunte Paulenz. Schon nach einer guten halben Stunde konnte er sein neues Zimmer im zweiten Stock des ZGF beziehen. „Das ist schön geworden“, lobte er. Der Ausblick ins Grüne gefalle ihm besonders gut. Allein die Klingeln an den Betten funktionierten beim Einzug noch nicht, weshalb erst einmal alle Zimmertüren offen standen, damit sich die Patienten durch Rufen melden konnten, wenn sie etwas brauchten. „Das werden die aber sicher schnell in Ordnung bringen“, war Paulenz sicher.

Gerda Zautke (80) wartete währenddessen noch auf den Sammelbus. „Ich weiß noch nicht, wie die neuen Zimmer aussehen, aber ich habe schon viel Gutes gehört“, sagte sie. Drei bis vier Wochen werde sie sicherlich noch zur Behandlung dort sein.

Um den Patienten auf der Palliativstation eine kleine Freude zu machen, hatte Ingelore Freitag, ehemalige Masseurin im Klinikum, kleine Blumensträuße vorbereitet, die sie den Patienten zur Begrüßung auf die Tische stellte. „Ich habe 32 Jahre lang im Klinikum am Natruper Holz gearbeitet und bin jetzt schon zehn Jahre in Rente. Ich kümmere mich aber immer noch regelmäßig um die Schmerzpatienten.“

Blick ins Grüne

Auf der Palliativstation im obersten Stockwerk des neuen Kliniktrakts befinden sich vor allem Einzelzimmer. Ein großzügiger Balkon und ein Wintergarten sollen Patienten und Angehörigen in dieser schweren Zeit einen angenehmen Ausblick ins Grüne bieten. Darüber befindet sich die Dachterrasse mit einem Therapiegarten.

Im Erdgeschoss des 38-Millionen-Euro-Neubaus befindet sich die neurologische Pflegeabteilung mit Stroke-Unit für die Schlaganfall-Patienten, im ersten Stock die Intensivstation. Auf Ebene 2 ist die Geriatrie zu finden, auf Ebene 3 die neurologische Frührehabilitation.

Am Sonntag wurden noch neun weitere Patienten vom Klinikum am Natruper Holz ins ZGF transportiert. Für sie mussten noch spezielle Vorbereitungen getroffen werden. Danach steht das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus an der Sedanstraße leer. Wie lange, ist offen. Chefarzt Lüttje: „Wie es damit weitergehen soll, wissen wir noch nicht.“


Zentrum für Geriatrie und Frührehabilitation. 220 Betten, 122 Patientenzimmer. Investitionssumme: 37,9 Millionen Euro. 8900 Quadratmeter Pflegefläche, 3500 Quadratmeter Therapiefläche. Bruttogrundfläche (einschließlich Technik und Verbindungsgang): 15700 Quadratmeter. Erdgeschoss: Neurologische Pflege, Ebene 1: Intensivstation, Ebene 2: Geriatrie, Ebene 3: Neurolgische Frührehabilitation, Dachterrassen und Therapiegarten, Ebene 4: Palliativstation und Chefärztebereich.