Ebola, Mittelalter und Smoothies Professoren beantworten Fragen beim Osnabrücker Wissensforum

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Osnabrück. Eine reich gedeckte Tafel mit viel geistiger Nahrung für Wissenshungrige – die siebte Auflage des Osnabrücker Wissensforums hinterließ am Freitagabend in der Schlossaula bei den Besuchern vor allem eines: einen satten Erkenntnisgewinn.

Um bei der gewählten Bildsprache zu bleiben: Aufgetischt wurde den Zuhörern ein bunter Mix aus Fragen ganz unterschiedlicher Disziplinen, die Leser der Neuen OZ in den vergangenen Wochen an die Universität richteten. Aus rund 100 Einsendungen hatte eine Jury 33 Fragen ausgesucht und sie an 33 Professoren weitergeleitet. Diese hatten jeweils vier Minuten Zeit, eine sowohl kompakte wie inhaltsstarke Antwort zu finden.

Das gelang einem Teil der Referenten mehr oder weniger im gebotenen Zeitrahmen. So erfuhren die Zuhörer beispielsweise in handgestoppten vier Minuten und 15 Sekunden von der souveränen Referentin Prof. Dr. Sabine Zachgo, dass grüne Smoothies durchaus gesund sind, wenn deren Zutaten ausgewogen und abwechslungsreich gewählt werden.

Die technischen Neuerungen, die Prof. Dr. Oliver Vornberger aufzeigte, hätten sich am Abend des Wissensforums sicher auch einige zunächst im Stau steckenden Referenten gewünscht: Auf der Suche nach der Zukunft des Internets lenkte der Informatiker den Blick auf vernetzte Systeme im Straßenverkehr, die künftig Autos steuern sollen und dadurch sogar irgendwann den Fahrer überflüssig machen könnten.

In Begleitung trat Prof. Dr. Henning Allmers aufs Podium: Um ganz anschaulich zu zeigen, dass auch unsere Region auf die Gefahren des Ebola-Virus vorbereitet ist, hatte der Humanwissenschaftler kurzerhand eine Studentin in einen medizinischen Schutzanzug gesteckt – eine Anspielung darauf, dass die Krankenhäuser in der Region für den Ernstfall gerüstet sind.

Einen Höhepunkt des Abends lieferte Prof. Dr. Thomas Vogtherr mit seinem launigen Vortrag zu der Frage, warum ausgerechnet das düstere Mittelalter bei uns Hochkonjunktur hat. Der Geschichtsprofessor brachte es auf den Punkt: „Mittelaltermärkte mit Schwertspielen und Co. vermitteln zwar einen wohligen Schauer, wir wissen aber, dass das Mittelalter anders war.“ Den Zuhörern empfahl er ein spontanes Experiment. „Wenn Sie gleich nach Hause aufbrechen, dann gehen Sie zu Fuß, werfen Sie ihr Handy weg, schalten Sie alle elektrischen Geräte aus und stellen Sie Ihre Heizung ab. Dann sind Sie dem Mittelalter schon ein Stück näher gekommen. Übrigens: Es soll wieder kälter werden.“

Nachschlag geplant

Ob jenes Experiment bei allen Besuchern in die praktische Umsetzung ging, ließ sich zwar nicht wissenschaftlich belegen, dennoch ließen sich viele von der besonderen Atmosphäre mitreißen. „Eine sehr interessante Veranstaltung, aber auch anstrengend“, ließ Natascha Gruson aus Ostercappeln durchblicken. Für Sohn Milan machte dagegen die Kürze der Vorträge den Reiz der Veranstaltung aus. Ins gleiche Horn stieß auch Sibylle Cordes aus Osnabrück, für die das Konzept der vierminütigen Vorträge ein Grund sei, schon zum zweiten Mal beim Wissensforum dabei zu sein. Ein richtiger Fan der Veranstaltung ist der Osnabrücker Jochen Krause: „Ich streiche mir den Termin sofort ganz dick im Kalender an, wenn ich von ihm höre.“

Und nicht nur Krause dürfte die Ohren gespitzt haben, als die Moderatoren Ralf Geisenhanslüke (Chefredakteur der NOZ) und Prof. Dr. Wolfgang Lücke (Präsident der Universität Osnabrück) am Ende der Veranstaltung zu verstehen gaben: Alle Wissenshungrigen erhalten einen kräftigen Nachschlag, denn auch im November 2015 soll die Veranstaltung wieder die Schlossaula füllen.


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