Tradition des Bürgervereins Heiter-Besinnliches bei der 41. Voxtruper Moultied

Von Markus Strothmann


Osnabrück.145 Voxtruper Bürger ließen sich nun die mittlerweile 41. Ausgabe der „Voxtruper Moultied“ im Haus Rahenkamp nicht entgehen.

Die Mischung aus gutem Essen, Kulturprogramm und Klönabend traf auch in diesem Jahr wieder den Geschmack der Besucher. Die freuten sich zunächst einmal besonders auf das westfälische Traditionsgericht Pfefferpotthast . Das wusste auch der Vorsitzende des ausrichtenden Bürgervereins Voxtrup, Ansgar Frankenberg, und fasste sich bei der Begrüßung nicht allzu lang, dankte noch den Mitgliedern des Bürgervereins für ihren organisatorischen Einsatz und gab dann das Buffet frei. Dazu spielte die Bläsergruppe Blech-Art ihre Versionen von Hits wie „The Final Countdown“ und „Born to Be Wild“ – eine etwas schräge Musikauswahl, die aber prima ankam bei den Gästen. Die luden sich die Teller voll und ließen es sich schmecken. Erst seit vergangenem Jahr besteht übrigens die Möglichkeit, statt Pfefferpotthast auch Schnitzel zu bestellen – sehr zur Freude einiger Gäste. Jan Meyer, aktiv im Vorstand des Bürgervereins, findet das uralte regionale Gericht beispielsweise „etwas gewöhnungsbedürftig“ – er und seine Frau Ulrike waren daher glücklich mit großen Schnitzeln und Bratkartoffeln. Der Großteil machte sich aber mit Appetit über das Traditionsgericht her. Laut offiziellen Angaben blieben rund 80 Prozent dem gemeinschaftsstiftenden Essen treu.

Nach dem Essen sorgte ein ungewöhnliches Duo für Unterhaltung: Der Osnabrücker Autor Heiko Schulze und die Harfenistin Marie Pieck wechselten sich ab mit vorgelesenen Passagen aus Schulzes historischen Romanen mit Schauplatz Osnabrück und irischen Klängen, denen die Gäste still lauschten. Ein paar Mal zog Heiko Schulze die Lacher auf seine Seite: Sein Steckenpferd ist nämlich die detektivische Suche nach dem Osnabrücker Dialekt. Dieses Phantom manifestiert sich seiner Ansicht nach vor allem in urigen Redewendungen und charakteristisch auf links gezogener Grammatik: „Kär Kär Kär!“ – große Heiterkeit im Saal.

Die Moultied ist für lokale Künstler auch immer eine Gelegenheit, ihre Arbeit öffentlich zu zeigen. Dieses Mal war es die Malerin Edeltraut Abrams, die am Rand der Veranstaltung ihre Aquarelle präsentierte. Ihre Motive passten zur Ausrichtung des Abends, unter anderem zeigen ihre Bilder Gebäude aus der Osnabrücker Altstadt wie das Heger Tor und das Rathaus oder besinnliche Szenen vom Nordseestrand. Hartmut Treidel, dienstältestes Mitglied des Bürgervereins, findet es spannend, „Voxtruper Bürgern mit Hobby“ ein Forum zu bieten: „Das machen wir jedes Jahr.“

Nach dem offiziellen Programm saßen die Gäste noch lange zusammen, um sich gründlich auszutauschen und das eine oder andere Bier zu trinken. Sie freuen sich schon auf die nächste Moultied, denn die kommt mit Sicherheit: Nach mehr als vier Jahrzehnten darf man da wohl von Kontinuität im besten Sinne sprechen.