Sägen, Bohren, Wachsen, Fräsen Aktionstag rund um die Tischlerausbildung am Westerberg

Von Markus Strothmann


Osnabrück. Bei einem Aktionstag rund um die Tischlerausbildung hatten am Freitag junge Leute Gelegenheit, gründlich reinzuschnuppern in ein vielseitiges Berufsbild.

In den Ausbildungswerkstätten des Berufsschulzentrums am Westerberg (BSZW) beantworteten Schüler der Berufsfachschule die Fragen der Interessenten und ihrer Eltern. Unter ihrer Anleitung durften die Gäste außerdem in mehreren Arbeitsschritten Würfel aus verschiedenen Werkstoffen bearbeiten. Das löste bei den Handwerkern in spe großes Interesse aus; oft umringten mehrere zugleich den jeweiligen „Vorarbeiter“ und lauschten seinen Ausführungen, bevor sie endlich selbst dran waren.

„Es ist das zweite Mal, das wir den Aktionstag machen. Wir freuen uns, dass wir diesmal schon mehr Leute erreichen können“, sagte André Osterheider, Teamleiter Holztechnik am BSZW. Auch viele Mädchen seien an dem Beruf interessiert und wollen wissen, ob sie sich zu Tischlerinnen eignen. Davon gibt es von André Osterheider ein klares Ja. Mit 3 bis 4 Mädchen pro Klasse sind die weiblichen Azubis zwar immer noch deutlich in der Minderzahl, aber immerhin: „Es sind jedes Jahr welche dabei.“ Für viele ist die Suche nach dem richtigen Ausbildungsberuf schwierig, bei anderen geht es wie von selbst: Den ersten Durchgang des Tages beim korrekten Wachsen eines Holzwürfels macht der fünfjährige Jesse; natürlich ebenfalls unter der fachmännischen Aufsicht der Berufsfachschüler. „Es ist faszinierend zu sehen, wie die Jugendlichen mit kleinen Kindern umgehen“, freute sich Obermeisterin Susanne Sökeland. Der Aktionstag ist für die Schüler nicht zuletzt auch eine Gelegenheit, ihre Fähigkeiten im Anleiten von Arbeiten zu entwickeln. Jonathan, Lehrling im dritten Jahr, war schon beim ersten Mal dabei und nahm an der Fortsetzung gern wieder teil. Der Azubi der Fly Möbelteile GmbH baute am Freitag in aller Seelenruhe den letzten fehlenden Schubkasten für eine kleine Anrichte zusammen und unterhielt sich dabei - vorwiegend mit den älteren Zuschauern: „Die Eltern fragen eher, die Kleinen wollen was machen.“ Neben dem reinen Machen gab es auch die Möglichkeit, freiwillig an einem Eignungstest zum Tischlerberuf teilzunehmen. Zwanzig der gut drei Dutzend jungen Gäste nutzten die Gelegenheit und stellten sich der einstündigen Prüfung mit Fragen zu Mathe und Allgemeinwissen, Aufgaben zu Konzentrationsfähigkeit und technischem Verständnis sowie anderen elementaren Kenntnissen, die ein Bewerber mitbringen sollte. Dafür gab es am Ende des Aktionstages dann auch ein Zertifikat, das sich unter Umständen gut machen könnte in den Bewerbungsunterlagen, wie André Osterheider sagte. Aber egal, wie der Test ausgeht: „Hauptsache, man war da und hat den Beruf kennengelernt. Und vielleicht stellt man ja sogar fest, dass es das ist, was man machen will.“