Politik-Projekt „Kids“ startet in seine 25. Auflage – Charlotte Winkler hat es vorgemacht Abgesandte der Schulen im Rat

Von Dietmar Kröger


Osnabrück. Etwa 50 Osnabrücker Schüler versammelten sich jetzt im Friedenssaal des Rathauses, um sich von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert als Teilnehmer des 25. Durchgangs des Projekts „Kommunalpolitik in die Schulen“ (Kids) begrüßen zu lassen.

„Kommunalpolitik geht jeden etwas an“, gab Griesert den Jugendlichen mit auf den Weg. Der Bürgersteig vor der Haustür, die Straßenbeleuchtung, der Schulbus und viele andere Dinge mehr stünden im Einflussbereich der Kommunalpolitik. „Davon seid ihr direkt betroffen“, machte Osnabrücks OB deutlich. Die Teilnehmer sollten den Ratsmitgliedern nicht auf die Finger, sondern vielmehr über die Schulter schauen, um zu sehen, wie Kommunalpolitik funktioniere . Die Kids-Teilnehmer werden auf die Ratsfraktionen verteilt. Sie nehmen an Rats- und Ausschusssitzungen teil und sitzen bei den Treffen ihrer Fraktionen mit am Tisch. „Macht das Beste aus der Zeit und fragt und fragt und fragt“, ermunterte Griesert die Jugendlichen, sich ohne Scheu in den kommunalpolitischen Alltag einzumischen.

Eine, die genau das ganz intensiv gemacht hat, ist Charlotte Winkler. „Das Kids-Projekt war mein Einstieg in die Politik“, erinnert sich Winkler. Vor elf Jahren saß sie auch im Friedenssaal, wurde als Kids-Teilnehmerin begrüßt und dann der FDP-Fraktion zugeteilt. „Bis dahin hatte ich mit Kommunalpolitik oder Politik überhaupt nur wenig zu tun.“ Mittlerweile studiert die 26-Jährige an der Uni Osnabrück Politik, steht kurz vor ihrem Masterabschluss. Dem Studium muss sich derzeit auch die kommunalpolitische Arbeit unterordnen.

Denn Winkler war während des Kids-Projekts auf den Geschmack gekommen. Sie blieb bei der FDP hängen und engagierte sich für die Liberalen auf Landes- und Kommunalebene. So war sie Pressesprecherin der Jungen Liberalen , der Jugendorganisation der FDP, auf Landesebene und von 2006 bis 2011 Mitglied im Stadtrat. „Das ist dann schon etwas anderes als zum Beispiel die Mitarbeit im Jugendparlament. Im Rat entscheidet man direkt mit“, sagt Winkler. Als damals 18-Jährige und jüngstes Ratsmitglied aller Zeiten vertrat sie ihre Partei im Schul- und Sportausschuss sowie im Ausschuss für Feuerwehr und Ordnung. „Ich habe schon den Eindruck, dass ich damals eine etwas andere Perspektive in die kommunalpolitische Arbeit einbringen konnte.“

Gerade das Thema „Schule und Sport“ habe ihr gelegen. „Ich habe versucht, vor allem mit den Stadtschülerrat viel zusammenzuarbeiten.“ Das habe Sinn gemacht, weil sie ja zu Beginn ihrer Wahlperiode selber noch Schülerin der Ursulaschule gewesen sei. „Ich war dementsprechend dicht an den Themen dran.“

Die Kommunalwahl 2011 brachte dann das Ende der Ratsmitgliedschaft, weil die FDP insgesamt nur noch mit Mühe in den Rat gekommen war. Die Fraktion schrumpfte von sechs auf zwei Mitglieder zusammen. Winkler, die im Wahlbereich Schinkel angetreten war, blieb außen vor. „Ich hatte mir aber von Beginn keine Illusionen gemacht, dass ich den Wahlbereich für uns drehen könnte“, sieht die Politik-Studentin ohne Groll auf den Wahlausgang zurück.

Den Kids-Teilnehmern von heute empfiehlt sie, immer am Ball zu bleiben, auch „wenn die Themen manchmal ein bisschen sperrig sind“.