Nach dem Abitur studieren Selim aus Osnabrück erhält Start-Stipendium

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Osnabrück. Der 15 Jahre alte Selim Cigir aus Osnabrück ist einer von zehn Schülern mit Migrationshintergrund aus Niedersachsen, die ein Stipendium der Start-Stiftung erhalten haben. Um Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft gute Bildungschancen zu ermöglichen, vergibt die Stiftung jährlich Stipendien an besonders engagierte Schüler.

„In der Schule bin ich zum Beispiel als Klassen- und Schülersprecher aktiv“, antwortet Selim auf die Frage, wie er sich sozial engagiert. „Aber ich gebe auch Nachhilfe und lese Kindern bei dem Projekt Lesewelt vor“, zählt Selim seine Aktivitäten auf. In seiner Freizeit spielt er Fußball und liest. Gesellschaftliches Engagement, das ist tatsächlich eines der wichtigsten Argumente für den Erhalt eines Start-Stipendiums. „Das ist definitiv die stärkste Säule unserer Stipendiaten – egal ob Engagement im Verein, Altenheim oder in der Schule, all das wird berücksichtigt“, erklärt Silke Güttler, Pressesprecherin der Start-Stiftung.

Das Abitur als Ziel

Nicht zuletzt sind aber auch gute Schulleistungen nötig, um die finanzielle und ideelle Unterstützung durch das Stipendium zu erhalten. „Unsere Stipendiaten sind zwischen 15 und 17 Jahre alt und besuchen unterschiedliche Schulformen. Am Ende wollen wir die Schüler aber auf dem Weg zum Abitur begleiten“, erklärt Güttler. Selim besucht zur Zeit die 10. Klasse auf der Bertha-von-Suttner Realschule in Osnabrück. Zwar macht der Sohn türkischer Eltern in diesem Schuljahr seinen Abschluss, seine Bildungslaufbahn soll damit aber noch lange nicht am Ende sein. „Danach möchte ich mein Abitur machen, um dann studieren zu können“, sagt Selim. Weiß er schon, in welche Richtung es gehen soll? „Nein, da habe ich mich noch nicht festgelegt“, sagt der 15-Jährige.

Insgesamt werden in diesem Jahr in Niedersachsen zehn junge Schüler mit Migrationshintergrund durch das Projekt der Hertie-Stiftung, die Muttergesellschaft der Start-Stiftung, unterstützt. Laut Güttler wolle man mit dem Stipendium mehr Chancengleichheit schaffen und den jungen Menschen neue Perspektiven aufzeigen. Ziel der Stiftung sei es, den Schülern Schlüsselqualifikationen für Schule und Beruf zu vermitteln, ihre sozialen Kompetenzen zu stärken und sie in ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen.

„Unabhängiger von meinen Eltern“

„Unsere Partner investieren in einen Stipendiaten 5.000 Euro“, sagt Güttler. Selims Stipendium enthält neben einem monatlichen Bildungsgeld in Höhe von 100 Euro auch einen Laptop und Drucker sowie weitere Mittel für die Beschaffung von Lernmaterial. „Mit dem Geld bin ich nicht mehr so abhängig von meinen Eltern und kann mir meine Schulbücher und Romane selber kaufen“, erklärt Selim.

Mit dem Stipendium ist auch ein umfangreiches Bildungsangebot verbunden. „Es finden regionale Workshops, aber auch überregionale Seminare mit allen Stipendiaten statt“, erklärt Güttler. Selim selbst hatte bereits ein Seminar zum Thema Rhetorik und konnte seine Mitstipendiaten bei einem Startertreffen kennenlernen: „Das hat Spaß gemacht, da wir auch sehr viel unternehmen“, sagt Selim. Von der Stiftung hat Selim durch seine Lehrerin erfahren. „Ich habe mir den Flyer durchgelesen und fand das direkt richtig gut. Auch meine Freunde freuen sich mit mir und unterstützen mich“, erzählt der 15 Jahre alte Osnabrücker stolz. Auf dem Weg bis zum Stipendium musste er neben einer ausführlichen Bewerbung auch ein Vorstellungsgespräch mit Vertretern der Stiftung in Hannover führen, erzählt Selim. „Zusätzlich ist uns auch die Einschätzung eines Lehrers wichtig“, erklärt Silke Güttler zum Bewerbungsverfahren.

Offizielle Aufnahmefeier am Montag

An diesem Montag, 17. November, findet in Hannover die offizielle Aufnahmefeier für die niedersächsischen Stipendiaten statt. Dann wird die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt die Aufnahmeurkunden überreichen. Die jungen Menschen werden mit dem Start-Stipendium bereits seit Anfang dieses Schuljahres auf ihrem weiteren Weg bis zum Abitur und darüber hinaus begleitet.


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