Ein Bild von Dietmar Kröger
14.11.2014, 20:04 Uhr

Max und Moritz aus dem Osnabrücker Rat

Kommentar von Dietmar Kröger


Osnabrück. Wie Max und Moritz haben sich die beiden Spitzbuben Michael Hagedorn und Frank Henning über ihren Grundstückscoup gefreut. Und das wohl auch nicht zu Unrecht.

Sie haben die gesamte Verwaltung am grün-roten Nasenring durch die Arena geführt, indem sie einen im weitesten Sinne unterschriftsreifen Vertrag über ein Grundstück am Fuße des Westerbergs präsentieren. Am Dienstag im Rat gegen den Antrag der Zählgemeinschaft zu stimmen dürfte für die anderen Parteien unmöglich sein, wenn sie sich nicht verdächtig machen wollen, keinen günstigen Wohnraum in Osnabrück schaffen zu wollen.

Und noch eines ist Henning und Hagedorn trefflich gelungen: Sie haben Lücken und Defizite in der Verwaltungsspitze aufgedeckt, die schmerzlich sind. Dass der CDU-Oberbürgermeister sich ein Thema, das ihm laut eigener Aussage im Wahlkampf sehr am Herzen liegt, so aus der Hand nehmen lässt, ist sträflich. Sicherlich zählt das Ergebnis, aber auch ein Wolfgang Griesert wird an seinen Erfolgen gemessen werden. Die Studentenwohnungen hat aber nun nicht er gefördert. Dieser Punkt geht eindeutig an SPD und Grüne.

Und noch etwas lässt bei näherem Hinsehen stutzig werden: Wenn der Stadtbaurat allerspätestens seit Juni von dem Projekt wusste, warum wurde es dann nicht in der Verwaltungsspitze thematisiert? Schließlich geht es hier nicht um Peanuts, sondern um ein 2800 Quadratmeter großes Grundstück in bester Lage. Hat Frank Otte nichts gesagt, oder hat der Oberbürgermeister nicht reagiert?

Wie auch immer – es knirscht im Getriebe des Verwaltungsvorstands. Jetzt ist der OB gefragt, die Geschicke in die Hand zu nehmen, bevor die Ratsmehrheit ihr Vorgehen in Sachen Studentenwohnungen zum Prinzip erhebt. Dann könnte Wolfgang Griesert schnell zur Witwe Bolte in diesem Schelmenstück werden.


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