Ohne Erinnerung Erwartbar: „Ich. Darf. Nicht. Schlafen.“

Von Tobias Sunderdiek


Osnabrück. Jeden Morgen, wenn Christine Lucas (Nicole Kidman) in ihrem Bett aufwacht, landet sie in einem großen Albtraum im Film „Ich. Darf. Nicht. Schlafen.“

Wer ist bloß der Mann an ihrer Seite? In was für einem Haus lebt sie? Und was ist zuletzt geschehen? Doch so sehr Christine sich auch anstrengt: Sie kann sich nicht daran erinnern.

Denn die mittelalte Frau leidet mittlerweile seit 15 Jahren an einer seltenen Form der Amnesie: Nach einer Nacht kann sie sich nicht mehr daran erinnern, was am Tag vorher, geschweige denn die Jahre zuvor geschehen ist.

Glücklicherweise scheint das Ben (Colin Firth) wenig auszumachen. Jeden Morgen aufs Neue erklärt er ihr, dass er ihr Ehemann sei und sie liebe. Bis ihr Zweifel kommen.

Ein Psychiater (Mark Strong) bringt Christine dazu, heimlich per Kamera Tagebuch zu führen. Und schnell merkt sie: Vertrauen kann sie niemandem.

Alles wie gehabt: „Ich. Darf. Nicht. Schlafen.“ wartet als Thriller mit einigen überraschenden Wendungen auf, die aber so genrekonform sind, dass man überrascht wäre, würden sie nicht auftauchen.

Und so wirkt auch Rowan Joffés Thriller insgesamt letztlich eher konventionell. Auch weil bei dieser Verfilmung eines Romans von S. J. Watson die Charaktere, trotz veritabler Starbesetzung, eher Stereotypen bleiben, und vieles vom Plot nicht gerade schlüssig oder logisch erscheint.

Immerhin: Es gibt sicher schlechtere Filme, um sich die Zeit zu vertreiben. Aber auch viele bessere.

„Ich. Darf. Nicht. Schlafen.“ USA/F/S/GB 2014. R: Rowan Joffé. D: Nicole Kidman, Colin Firth, Mark Strong. 92 Minuten. Ab 12. Filmpassage