Aktion plastiktütenfreie Stadt Osnabrücker Schüler verschenken 1000 Jutebeutel

Von Sebastian Stricker

Mit markigen Sprüchen und Motiven werben die Jutebeutel der Ursulaschüler für die Klimabotschafter-Aktion „Plastiktütenfreies Osnabrück“. Fotomontage: NOZ/Tamara LandwehrMit markigen Sprüchen und Motiven werben die Jutebeutel der Ursulaschüler für die Klimabotschafter-Aktion „Plastiktütenfreies Osnabrück“. Fotomontage: NOZ/Tamara Landwehr

Osnabrück. Jute statt Plastik: Das Öko-Mantra der Achtziger hat auch im Osnabrück des Jahres 2014 seine Gültigkeit. Um die Stadt binnen 36 Monaten von unverrottbaren Tüten zu befreien, lassen engagierte Gymnasiasten 1000 Baumwollbeutel anfertigen. Ab Freitag bringen sie die umweltfreundlichen Taschen unters Volk.

Unterstützt werden die Klimabotschafter der Ursulaschule Osnabrück dabei von der Tanzschule Hull. Sie hat die Herstellung der Säckchen bezahlt.

Gemeinsam mit dem mehrfachen Tanzweltmeister Michael Hull wollen die Youthinkgreen-Aktivisten ihre Jutebeutel, die Sprüche tragen wie „Quadratisch, praktisch, jut“ und „Gebeuteltes Osnabrück“, am 21. November vorstellen und in der Fußgängerzone verteilen. Beschenkt wird jeder, den sie mit Kunststofftaschen erwischen.

Aufruf zum Mitmachen

Mit dem Umtausch wird das im Oktober gestartete Projekt „Plastiktütenfreies Osnabrück“ erstmals handfest. Michael Hull ist begeistert und ruft alle Bürger zum Mitmachen auf: „Zögern Sie nicht, dieses Projekt zu unterstützen, denn Sie können sich noch nicht vorstellen, was wir alle damit für die Zukunft unserer Umwelt bewirken. Jeder Tropfen, der zu diesem Erfolg beiträgt, ergibt einen Fluss.“

Die Klimabotschafter planen noch weitere Aktionen. Unter anderem schenken sie den eingesammelten Plastiktüten ein zweites Leben – zum Beispiel in Form von Kleidung oder Kunstwerken. Aus alten Zeitungen basteln sie Papiertüten. Und Geschäften und Marktständen, die auf Kunststoffbeutel verzichten, verleihen sie papierne Plaketten als Gütesiegel.

Wachsendes Bündnis

„Wir verlangen, dass für Einkäufe in Osnabrück Jutebeutel, Körbe, Rucksäcke, Papiertüten oder – zumindest vorübergehend – alte Plastiktüten verwendet werden“, lautet der Appell, den sie auf ihrer Projekt-Homepage im Internet formulieren. Bis Ende 2017 soll die Stadt plastiktütenfrei sein.

Um das zu erreichen, scharen die Jugendlichen unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert mächtige Helfer um sich. Universität und Hochschule sind bereits an Bord, die Osnabrücker Klimaallianz, das Kinderhilfswerk „terre des hommes“, auch die Lokale Agenda 21. Sogar der Rat der Stadt hat seine Unterstützung zugesichert. Weitere Partner und Teilnehmer sind jederzeit willkommen.

„Wir laden jeden Verband, jede Gruppe, jede Schule ein, im Projekt mitzumachen“, sagt Lehrer Tobias Romberg, der die Klimabotschafter betreut. „Außerdem setzen wir auf Bürger und Unternehmen.“