Verwandte in Amerika? Infotag zur Familienforschung in Osnabrücker Bibliothek


lri Osnabrück. Der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm – aber wo dieser Stamm seine Wurzeln hat, ist vielen Menschen nicht bekannt. Für alle, die sich mit der Ahnenforschung im Allgemeinen und ihrer Familiengeschichte im Besonderen auseinandersetzen wollen, hat der „Osnabrücker genealogische Forschungskreis“ (OgF) jetzt in der Stadtbibliothek den „6. Tag der Ahnenforschung“ veranstaltet. Auch der Verein Tecklenburger Familienforschung präsentierte sich. Einsteiger und erfahrenere Forscher konnten sich mit ihren Fragen an Experten wenden.

Die Hobby-Ahnenforscherin Monika Thölking beispielsweise beriet Osnabrücker, die Näheres zu möglicher Verwandtschaft in Amerika erfahren wollen. Ein durchaus geläufiges Phänomen, berichtete Thölking, denn viele Osnabrücker seien in den vergangenen Jahrhunderten in die Neue Welt ausgewandert. Früher habe man lediglich das nötige Geld gebraucht, um nach Amerika zu emigrieren. Diese Wanderungsbewegungen seien auch nicht immer dokumentiert. Und so kommt es, dass mancher Osnabrücker ohne genaue Anhaltspunkte auf der Suche nach ausgewanderter Verwandtschaft ist. In solchen Fällen können laut Thölking Webseiten wie www.familie-beuss.de helfen, die mehrere Suchmaschinen miteinander vereinen. Auch ein Besuch im Bischöflichen Archiv könne sich lohnen. Verschwinde ein Vorfahre ohne Vermerk von Heirat oder Tod einfach aus den Akten, könne dies ein Anhaltspunkt für eine Auswanderung sein.

Aber nicht nur private Ahnenforschung, sondern auch die häufig in Vergessenheit geratenen Denkmäler im Osnabrücker Raum beschäftigen die Mitglieder des OgF. Wolfgang Hofmeister hat es sich beispielsweise zur Aufgabe gemacht, Gefallenendenkmäler aufzuspüren und zu katalogisieren. An die 400 Stück sind so zusammengekommen, ein Ergebnis, das Hofmeister selbst überrascht hat. Auf einen Aufruf in der Zeitung meldeten sich jedoch zahlreiche Osnabrücker mit Hinweisen auf Denkmäler, die die Hobby-Forscher des OgF teils nach stundenlanger Suche völlig überwuchert im Wald fanden. „Viele Denkmäler drohen in Vergessenheit zu geraten, da muss man handeln, solange man kann“, sagte Hofmeister. Ein Prozess, gegen den er aktiv angeht: In seiner Garage finden derzeit zwei Denkmäler Obhut.

Und wer sich nicht in die Wirrungen der Genealogie begeben, sondern dem eigenen Familiennamen semantisch auf die Spur kommen wollte, der konnte sich bei Winfried Breidbach Hilfe holen. Der Sprachwissenschaftler, der auch in unserer Zeitung immer montags Lesern bei der Deutung ihres Namens hilft, ermittelte für die Besucher der Veranstaltung im Schnellverfahren mögliche Namensursprünge. Unter Zuhilfenahme dicker Lexika wurden so Nachnamen in ihre Einzelteile aufgelöst, um die mögliche Herkunft zu erörtern. Ein nur bedingt hilfreiches Werkzeug, wie Breidbach betonte: „In so einem Lexikon finden sich 20000 Namen. Bei geschätzten 550000 deutschen Nachnamen stößt man da logischerweise an Grenzen.“ Geschicktes Recherchieren einzelner Namenbestandteile könne jedoch häufig Anhaltspunkte liefern.

Wer sich für Ahnenforschung interessiert, kann sich im Internet unter www.os-gen.de informieren oder den OfG direkt unter info@os-gen.de anschreiben.