Vor der Premiere: Tanz Tanzleitung über „Sag mir, dass Du mich liebst“

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Von vielen heiß begehrt: Noemi Emanuela Partone als Dietrich mit David Lukas Hemm (v. links), Robert Phillips und Lennart Huysentruyt. Probe im Emma-Theater. Foto: LindemannVon vielen heiß begehrt: Noemi Emanuela Partone als Dietrich mit David Lukas Hemm (v. links), Robert Phillips und Lennart Huysentruyt. Probe im Emma-Theater. Foto: Lindemann

Osnabrück. Der bewegten wie bewegenden Liebesbeziehung zwischen der Schauspielerin und Sängerin Marlene Dietrich und dem Schriftsteller Erich Maria Remarque widmet Mauro de Candia sein neues Tanzstück „Sag mir, dass Du mich liebst“.

Als Vorlage dient ihm weniger die reale Beziehung des weltberühmten Paares als die Liebesbriefe , die vor allem Remarque an Dietrich schrieb und die unter dem gleichen Titel veröffentlicht wurden.

Denn der Kontakt zwischen beiden blieb spannungsgeladen, wie der Osnabrücker Tanzchef und seine Managerin und Dramaturgin Patricia Stöckemann im Gespräch ausführen. Dietrich und Remarque waren anderweitig verheiratet, und vor allem Marlene Dietrich nahm sich, was immer sie wollte, und unterhielt zeitgleich Beziehungen zu anderen berühmten Männern und Frauen.

Seine sehnsuchtsvollen Briefe an Marlene unterschrieb der Verfasser unter anderem vom Antikriegsroman „Im Westen nichts Neues“ auch mal mit Ravic oder mit Alfred. Ravic heißt der deutsche Chirurg und Emigrant aus Remarques Roman „Arc de Triomphe“ von 1945. Der verliebt sich in die Sängerin Joan Madou, deren Vorbild für Remarque ursprünglich Marlene Dietrich war. Nach einem Trennungsschritt des Paares 1940 änderte Remarque dieses Konzept – und die Dietrich reagierte verärgert, weiß Stöckemann, denn die beiden blieben in Kontakt bis zu seinem Lebensende.

De Candia beschreibt Ravic als „glühenden Liebhaber“ und strengere Figur und den Alfred, ohne literarisches Vorbild, als kindlich pubertären Verehrer Dietrichs, der auch noch in mutwillig falscher Orthografie schreibt. Marlene Dietrich mochte offenbar dieses Spiel mit Facetten von beider Persönlichkeit, mit Wünschen und Projektionen, ergänzt Stöckemann. Dietrich spielte mit, aber in telegrammartig knappen Briefantworten.

Das Tanzstück will anfangs konkret das Publikum mit Musik, etwa von Marlene Dietrich gesungenen Liedern, und Raum-Elementen in die Zeit der 30er-Jahre einführen. Danach werden Musik und Stück abstrakter und handeln von den drei Egos Remarques mit ihren unterschiedlichen Gefühlen für Marlene Dietrich. Sehr deutlich war das in einem „Trio“ dreier Tänzer während der Probenarbeit zu erleben.

Als neu für seine Arbeit mit der Osnabrücker Dance Company benennt Mauro de Candia: „Die Tänzer haben zum ersten Mal von Anfang an klare Rollenzuweisungen“. Auch Marlene Dietrich wird, von einer Tänzerin verkörpert, auf der Bühne präsent sein. Am Schluss geht es wieder konkreter auf der Emma-Bühne zu, indem Franz Schuberts Lied „Leise flehen meine Lieder“ eingespielt wird. Das damals der Tenor Richard Tauber sang, den beide verehrten und den Dietrich persönlich kannte – mal ohne Liebesbeziehung, wie Patricia Stöckemann schmunzelnd hinzufügt. Auch die Liebe zur Musik verband das Paar. Er war an einer Pianistenlaufbahn durch eine Weltkriegsverletzung gehindert worden, sie wollte Geigerin werden und entschied sich erst nach einer Sehnenscheidenentzündung für den Schauspielberuf.

Premiere von „Sag mir, dass Du mich liebst“ ist am heutigen Samstag um 19.30 Uhr im Emma-Theater. Sie ist bereits ausverkauft. Weitere Vorstellungen am 20., 23. und 27. November. Kartentel. 0541/7600076.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN