In der Natur über die Natur lernen Niedersächsische Umweltwoche: Osnabrücker Kids dabei

Mit vereinten Kräften bauten die Kinder der Grundschule Atter Brutkästen für Vögel im Naturgarten des BUND. Sie nahmen wie viele andere Osnabrücker Schüler an der Niedersächsischen Umweltwoche teil. Foto: Jörn MartensMit vereinten Kräften bauten die Kinder der Grundschule Atter Brutkästen für Vögel im Naturgarten des BUND. Sie nahmen wie viele andere Osnabrücker Schüler an der Niedersächsischen Umweltwoche teil. Foto: Jörn Martens

tw Osnabrück. Mit einem Akkubohrer will Merle eine Schraube in ein Vogelhäuschen bohren. Aber das Ding will einfach nicht in das Holz eindringen. Also hilft Merles Mitschüler Johannes. Er drückt gegen ihren Rücken. Und siehe da: Es klappt. Die siebenjährigen Kinder nehmen wie einige andere Schüler aus Osnabrück an der Niedersächsischen Umweltwoche teil, die seit Samstag vom Verein Natur-Netz Niedersachsen veranstaltet wird und die an diesem Sonntag endet.

Viel Arbeit wartete auf die Kinder der Grundschule Atter am Mittwoch im Naturgarten des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Bürgerpark. Sie bastelten Brutkästen für Vögel und Bienennisthilfen. „Draußen im Garten arbeiten ist besser, als in die Schule gehen“, meinte Max (7). In der frischen Luft hat er aber auch was gelernt. Zum Beispiel, dass Vögel Bienen essen. „Das finde ich nicht okay“, sagte Max.

Im Moment gibt es für die Vögel aber sowieso nur wenig Bienen zum Fressen. „Im Winter ist es für sie ein Schutzraum gegen die Kälte“, erklärte Ulla Feldmann vom BUND. Die Leiterin der Osnabrücker Kreisgruppe und ihre Mitarbeiter begleiteten die Atteraner Grundschüler einen Tag lang und erzählten ihnen Wissenswertes über Vögel und Bienen. In den Bienennisthilfen legen die Tiere zum Beispiel ihre Eier ab. Merle und Johannes berichteten, dass sie die Waben glatt schmirgeln mussten, damit sich die Bienen nicht an Splittern verletzen. Dass die Nisthilfen schon jetzt gebaut werden, sei sinnvoll, meinte Ulla Feldmann. „Man kann nie wissen, wann die ersten Bienen kommen.“

Grundschullehrerin Anja Hirschmann lobte die Niedersächsische Umweltwoche, da sie das nachhaltige Verständnis ihrer Schüler für ihre Umwelt und die Natur fördere. Bereits im Mai waren die Atteraner Kinder im Naturgarten und haben das Wachstum von Kartoffeln erforscht.

Der Verein Natur-Nutz ist ein Zusammenschluss niedersächsischer Natur- und Umweltstiftungen. Mit der Umweltwoche soll Begeisterung für Natur und Umwelt geweckt werden, indem sie auf erlebnisreiche und spielerische Art erfahren wird. So soll ein Grundstein für umweltgerechtes Handeln gelegt werden.

Die Grundschule ist nicht die einzige aus Osnabrück und Umgebung, die an dem Umweltwochen-Projekt teilnimmt. So gestalteten Schülerinnen und Schüler des EMA-Gymnasiums am Dienstag den Sandbach im Widukindland. Kinder der Montessori-Schule haben mit dem Verein „Weidelandschaften“ auf einer neu angelegten Streuobstwiese in Hellern einen Schafzaun gebaut und Nistkästen für den Steinkauz angebracht. Der Förderkreis der naturkundlichen Sammlungen Th. Thomas aus Osnabrück errichtet an einem Kindergarten in Bramsche-Sögeln einen Baumkreis in Anlehnung an den keltischen Baumkalender. In Bad Essen ist der Verein Cross Garden mit Kindern durch einen Wald gestreift und hat Spechtbäume markiert sowie Nisthilfen gebaut und an Bäumen angebracht.